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Anerkennung Ihrer Qualifikationen

3. Juni 2020

Mit einem Berufsabschluss oder einem Schul- oder Hochschulabschluss haben Sie mehr Chancen auf gute Arbeit. Hier erfahren Sie, wie in Deutschland Ihre Qualifikation überprüft und anerkannt wird.

Lachender farbiger Mann mit erhobenen Daumen.

Haben Sie im Ausland eine Berufsausbildung oder ein Studium abgeschlossen, können Sie Ihre Qualifikation in Deutschland anerkennen lassen. Die Bundesregierung hat deshalb das sogenannte Anerkennungsgesetz ("Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen") zur Vereinfachung geschaffen.

Das Gesetz schafft für alle bundesrechtlich geregelten Berufe möglichst einheitliche und transparente Verfahren. So kann die Gleichwertigkeit des ausländischen Berufsabschlusses mit dem deutschen Abschluss ermittelt werden. Dies ist in vielen Berufen Voraussetzung dafür, in diesem Beruf zu arbeiten oder sich selbständig zu machen. Das gilt vor allem für die reglementierten Berufe, so im zulassungspflichtigen Handwerk, für Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und -pfleger oder Apothekerinnen und Apotheker.

Wo erhalte ich Beratung?

Zu allererst bei Ihrer Bundesagentur für Arbeit (als Asylbewerber oder Geduldeter) bzw. Ihrem Jobcenter (als anerkannter Flüchtling). Dort werden Sie hinsichtlich Ihrer Qualifikationen und dem deutschen Arbeitsmarkt beraten. Ihre Beraterin oder Ihr Berater verweist Sie bei konkreten Fragen an die Anlaufstellen des Netzwerks „Integration durch Qualifizierung - IQ“. Diese bieten in allen Bundesländern auf regionaler Ebene Erstberatung für Anerkennungssuchende an. Der Bund fördert diese Beratung im Rahmen des Förderprogramms "Integration durch Qualifizierung – IQ", das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit getragen wird.

Wo erhalte ich die Anerkennung?

Ein Anerkennungsverfahren nach dem Anerkennungsgesetz ist nur für berufliche Abschlüsse möglich. Das Verfahren beginnt mit einem Antrag auf die Prüfung der Gleichwertigkeit einer ausländischen Berufsqualifikation. Der Antrag wird bei der für den jeweiligen Beruf zuständigen Anerkennungsstelle eingereicht. Je nach Bundesland und Beruf sind unterschiedliche Stellen für die Überprüfung der Gleichwertigkeit zuständig.

Im Ausland erworbene Schulabschlüsse können unter bestimmten Voraussetzungen einem deutschen Schulabschluss gleichgestellt werden. Hierüber entscheiden die Zeugnisanerkennungsstellen der Länder.

Ausländische Hochschulabschlüsse können über die Datenbank anabin auf die Vergleichbarkeit mit deutschen Hochschulabschlüssen hin geprüft werden. Zudem kann bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB) ein Antrag auf individuelle Zeugnisbewertung gestellt werden.

Ablauf des Anerkennungsverfahrens nach Bundesrecht in einer Grafik Details zu: Ablauf des Anerkennungsverfahrens nach Bundesrecht
Grafik finden Sie im Anhang zum Download.

Das Online-Portal Anerkennung in Deutschland zeigt den Weg zur richtigen Anerkennungsstelle und bietet auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch und Türkisch alle wichtigen Informationen rund um die Anerkennungsverfahren. Die für Ihren Beruf zuständige Stelle finden Sie mit dem Anerkennungs-Finder. Weitere Informationen finden Sie auch auf www.make-it-in-germany.com.

Dauer und Kosten

In der Regel darf das Verfahren nach Eingang der vollständigen Unterlagen nicht länger als drei Monate dauern. Die Gebühren für das Verfahren müssen die Antragstellenden selbst tragen. Die Höhe richtet sich nach den Gebührenregelungen der anerkennenden Stellen und hängt vom individuellen Aufwand des Verfahrens ab. Die Gebühren werden in der Regel als Vorschusszahlungen verlangt.

Agenturen für Arbeit und Jobcenter können die Verfahrenskosten für ihre Kundinnen und Kunden unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen. Auch Kosten für eventuell notwendige Ausgleichsqualifizierungen können übernommen werden. Eine Förderung muss im Einzelfall mit den Mitarbeitenden der Agentur für Arbeit bzw. des Jobcenters geklärt werden.

Weitere Informationen

Das Anerkennungsgesetz umfasst zum einen das Bundesgesetz Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz (BQFG) im Zuständigkeitsbereich des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, und zum anderen Regelungen zur Anerkennung von Berufsqualifikationen in rund 60 bundesrechtlichen Berufsgesetzen und Verordnungen für die reglementierten Berufe, so die Gesundheitsberufe (Bundesärzteordnung, Krankenpflegegesetz) und die Handwerksmeister (Handwerksordnung).

Auch die Länder haben für die Berufe in ihrer Zuständigkeit (zum Beispiel Lehrerinnen und Lehrer, Ingenieurinnen und Ingenieure, Architektinnen und Architekten, soziale Berufe) eigene Gesetze erlassen. Seit dem 1. Juli 2014 sind alle Landes-Anerkennungsgesetze in Kraft getreten. Um Fachkräften mit ausländischen Qualifikationen in Deutschland möglichst einheitliche Verfahren zu bieten, wird es aber auch weiterhin Ziel sein, die Anerkennungsverfahren in allen Berufen auch für Drittstaatsqualifikationen zu öffnen - dies gilt insbesondere für Mangelberufe, wie zum Beispiel Lehrer und Ingenieure.

Integration durch Qualifizierung

Anlaufstellen zur Erstberatung für die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Annerkennungfinder

Mit dem „Anerkennungs-Finder“ finden Sie mit wenigen Klicks die Stelle, die für Ihr Anliegen zuständig ist.

BQ Portal

Das Informationsportal für ausländische Berufsqualifikationen

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