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Familien

17. Juni 2020

Wer Kinder erzieht, hat besondere Belastungen. Dies gilt insbesondere für Alleinerziehende, die es besonders schwer haben, berufliche und familiäre Verpflichtungen zu vereinbaren und Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden. Deshalb werden Familien auch besonders unterstützt, zum Beispiel durch finanzielle Leistungen oder durch spezielle Beratungs- oder Qualifzierungsangebote für Erziehende.

Ein glückliches Paar mit einem Kleinkind.

Die persönlichen Ansprechpartner helfen Eltern bei der Suche nach einem familienfreundlichen Arbeitsplatz und unterstützen bei Bedarf bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder. Dabei wird im Blick behalten, dass sich für Erziehende, meist Frauen, aufgrund von längeren Erziehungszeiten die Beschäftigungschancen verschlechtern und sie deshalb einen besonderen Bedarf an Unterstützung haben. Hier können Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Erziehenden zugeschnitten sind, zum Einsatz kommen, z.B. Maßnahmen zur beruflichen Orientierung, Ausbildung bzw. Qualifizierung in Teilzeit, E-Learning-Angebote, etc.

Kinderzuschlag

Den Kinderzuschlag können Eltern nur bekommen, wenn sie genug für sich selbst verdienen, aber das Einkommen nicht oder nur knapp für ihre gesamte Familie reicht. Wenn die Wohnkosten besonders hoch sind oder mehrere Kinder im Haushalt wohnen, kann auch bis in mittlere Einkommensbereiche hinein ein reduzierter Kinderzuschlag bezogen werden.

Der Kinderzuschlag beträgt monatlich bis zu 185 Euro je Kind. Das Einkommen und Vermögen der Eltern und des Kindes werden auf den Kinderzuschlag teilweise angerechnet und reduzieren die Höhe des Kinderzuschlags. Der Kinderzuschlag wird für 6 Monate bewilligt. Ändern sich in diesen 6 Monaten das Einkommen oder die Wohnkosten, hat dies keinen Einfluss auf den Kinderzuschlag.

Erweiterter Zugang zum Kinderzuschlag:
Wer keine Leistungen nach dem SGB II erhält und auch aktuell nicht beantragt hat, kann stattdessen Kinderzuschlag bekommen. Voraussetzung für den erweiterten Zugang zum Kinderzuschlag ist, dass mit Erwerbseinkommen, Kinderzuschlag und gegebenenfalls Wohngeld höchstens 100 Euro fehlen, um den Bedarf der Familie zu decken.

Mehrbedarfe in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Für besondere Lebenssituationen wie u. a. Schwangerschaft und / oder Alleinerziehung werden zusätzlich zu den maßgebenden Regelbedarfen Mehrbedarfe berücksichtigt. Schwangere erhalten ab der 13. Schwangerschaftswoche 17 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs bis zur Entbindung zusätzlich. Bei Alleinerziehenden ist die Höhe der zusätzlichen Leistungen abhängig vom Alter und der Anzahl der Kinder. Alleinerziehende bekommen einen Mehrbedarf von mindestens 12 und maximal 60 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs, wenn sie mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammenleben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen.

Beispiele für die Höhe des Mehrbedarfs:

  • 1 Kind unter 7 Jahren: 36 Prozent
  • 1 Kind über 7 Jahren: 12 Prozent
  • 2 Kinder unter 16 Jahren: 36 Prozent
  • 2 Kinder über 16 Jahren: 24 Prozent
  • 4 Kinder: 48 Prozent
  • ab 5 Kinder: 60 Prozent

Neben diesen Mehrbedarfen können auch einmalige Leistungen zur Erstausstattung für Bekleidung bei Schwangerschaft und Geburt sowie für die Erstausstattung einer Wohnung einschließlich Haushaltsgeräte in Betracht kommen.

Bildungspaket

Zusätzlich werden für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entwicklungsspezifische Bildungs- und Teilhabebedarfe (sog. Bildungspaket) berücksichtigt. Seit August 2019 gibt es weitreichende Verbesserungen beim Bildungs- und Teilhabepaket. Einen Überblick über die neuen Leistungen und die Anlaufstellen, bei denen Sie diese Leistungen in Ihrem Landkreis oder Ihrer Stadt beantragen können, finden Sie hier.

Diese Leistungen erhalten u.a. auch Kinder in der Sozialhilfe und in Familien, für die ein Kinderzuschlag oder Wohngeld gewährt wird.

Das Bil­dungs­pa­ket

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe erhalten oder deren Eltern den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, haben grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf die folgenden Leistungen.

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