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Familien

1. August 2019

Wer Kinder erzieht, hat besondere Belastungen. Deshalb werden Familien auch besonders unterstützt, z.B. mit dem Bildungspaket. Die persönlichen Ansprechpartner helfen Eltern bei Bedarf auch bei der Suche nach Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder.

Ein glückliches Paar mit einem Kleinkind.
Quelle:  Colourbox

Kinderzuschlag

Eltern mit geringem Einkommen, die mit ihrem Einkommen oder Vermögen zwar ihren eigenen Lebensunterhalt sicherstellen können, nicht aber den Lebensunterhalt für ihre Kinder, können den so genannten Kinderzuschlag nach dem Bundeskindergeldgesetz für diese erhalten. Durch den Kinderzuschlag wird verhindert, dass Eltern allein wegen des Unterhalts der Kinder Arbeitslosengeld II-/Sozialgeld-Leistungen beantragen müssen. Der Zuschlag kann bis zu 170 Euro pro Monat pro Kind betragen. Er wird bei der Familienkasse beantragt, die auch das Kindergeld auszahlt. Bis zu welchem Einkommen Familien den Kinderzuschlag erhalten können, hängt von der Höhe der Miete und den Ansprüchen auf so genannte "Mehrbedarfe" (etwa für Schwangere oder Alleinerziehende) ab. Höhere angemessene Mieten oder besondere Mehrbedarfe verschieben den Einkommensbereich, in dem Kinderzuschlag gezahlt werden kann, nach oben; niedrigere Mieten verschieben ihn nach unten.

Sofern die Familie mit dem Kinderzuschlag und /oder dem Wohngeld nach dem Wohngeldgesetz die Hilfebedürftigkeit im Sinne der Grundsicherung für Arbeitsuchende nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) nicht überwinden kann, besteht ein Rechtsanspruch auf ergänzende Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II.

Die Grundsicherung für Arbeitsuchende verfolgt einen haushaltsbezogenen Ansatz, das bedeutet, dass neben den erwerbsfähigen Eltern auch die Kinder bei Hilfebedürftigkeit Lebensunterhaltsleistungen erhalten - entweder als Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld (für minderjährige Kinder vor Vollendung des 15. Lebensjahres). Bestimmte Beträge des Erwerbseinkommens (sog. Freibeträge) werden zugunsten der Antragsteller bei der Prüfung der Hilfebedürftigkeit nicht berücksichtigt. Wer einer Erwerbstätigkeit nachgeht, hat daher mehr verfügbares Einkommen für die Familie.   

Mehrbedarfe in der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Für besondere Lebenssituationen wie u. a. Schwangerschaft und / oder Alleinerziehung werden zusätzlich zu den maßgebenden Regelbedarfen Mehrbedarfe berücksichtigt. Schwangere erhalten ab der 13. Schwangerschaftswoche 17 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs bis zur Entbindung zusätzlich. Bei Alleinerziehenden ist die Höhe der zusätzlichen Leistungen abhängig vom Alter und der Anzahl der Kinder. Alleinerziehende bekommen einen Mehrbedarf von mindestens 12 und maximal 60 Prozent des maßgebenden Regelbedarfs, wenn sie mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammenleben und allein für deren Pflege und Erziehung sorgen.

Beispiele für die Höhe des Mehrbedarfs:

  • 1 Kind unter 7 Jahren: 36 Prozent
  • 1 Kind über 7 Jahren: 12 Prozent
  • 2 Kinder unter 16 Jahren: 36 Prozent
  • 2 Kinder über 16 Jahren: 24 Prozent
  • 4 Kinder: 48 Prozent
  • ab 5 Kinder: 60 Prozent

Neben diesen Mehrbedarfen können auch einmalige Leistungen zur Erstausstattung für Bekleidung bei Schwangerschaft und Geburt sowie für die Erstausstattung einer Wohnung einschließlich Haushaltsgeräte in Betracht kommen.

Bildungspaket

Zusätzlich werden für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entwicklungsspezifische Bildungs- und Teilhabebedarfe (sog. Bildungspaket) berücksichtigt. Seit August 2019 gibt es weitreichende Verbesserungen beim Bildungs- und Teilhabepaket. Einen Überblick über die neuen Leistungen und die Anlaufstellen, bei denen Sie diese Leistungen in Ihrem Landkreis oder Ihrer Stadt beantragen können, finden Sie hier.

Diese Leistungen erhalten u.a. auch Kinder in der Sozialhilfe und in Familien, für die ein Kinderzuschlag oder Wohngeld gewährt wird.

Das Bil­dungs­pa­ket

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe erhalten oder deren Eltern den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, haben grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf die folgenden Leistungen.