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Erste Einblicke in Arbeit geben

6. August 2016

Als Arbeitgeber bestehen verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Flüchtlingen und Arbeitsuchenden erste praktische Erfahrungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen können. Hier erhalten Sie einen Überblick über die unterschiedlichen Regeln.

Bauarbeiter auf Baustelle
Quelle:  iStockphoto

Sowohl für Flüchtlinge als auch Langzeitarbeitslose ist es wichtig, eine Chance für einen Neustart auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland zu erhalten. Mit verschiedenen Möglichkeiten der Orientierung können sie bereits vorhandene Kenntnisse festigen und weitere Erfahrungen sammeln. Viele Kammern oder Verbände sowie zivilgesellschaftliche Organisationen unterstützen bereits die Integration von Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen. Machen auch Sie mit!

Arbeitsuchende

Arbeitsuchenden stehen verschiedene berufliche Trainingsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter zur Verfügung. Dazu zählen u.a.:

  • Mit Inkrafttreten des AWStG (Arbeitslosenversicherungsschutz- und Weiterbildungsstärkungsgesetz) können Langzeitarbeitslose und Personen mit schwerwiegenden Vermittlungshemmnissen seit 01.08.2016 bei Teilnahme an Maßnahmen oder Maßnahmeteilen bei Arbeitgebern bis zu einer Gesamtdauer von bis zu zwölf (statt bisher sechs) Wochen gefördert werden. Diese Betrieblichen Maßnahmen können zur Feststellung der beruflichen Eignung durchgeführt werden und ermöglichen es Ihnen einen Bewerber oder eine Bewerberin vor Ort kennen zu lernen. Dafür kann das Arbeitslosengeld weiterbezahlt werden.
  • In der Einstiegsqualifizierung (EQ) werden Langzeitpraktika als Einstieg in die Ausbildung gefördert, die es Arbeitgebern ermöglicht, Jugendliche vor der Anstellung in einem Ausbildungsplatz zu erleben.
  • Für junge Erwachsene sind Orientierungspraktika bis zu drei Monate eine Chance, das betriebliche Umfeld und einen speziellen Beruf kennenzulernen. Ihnen als Arbeitgeber erlauben Sie neue Auszubildende zu gewinnen. Wenn das Praktikum dabei auf die Orientierung für die Aufnahme einer Ausbildung oder eines Studiums ausgerichtet ist, gilt auch der Mindestlohn nicht.

Asylbewerber und geduldete Personen

Asylbewerber und geduldete Personen dürfen grundsätzlich bereits drei Monate nach Erhalt ihres Ankunftsnachweises (Aufenthaltsgestattung) Beschäftigungen beginnen. Sie können allerdings nur dann eine Beschäftigung aufnehmen, wenn die Ausländerbehörde dies genehmigt und in der Bescheinigung über die Aufenthaltsgestattung bzw. Duldung vermerkt hat. Im Regelfall muss die Bundesagentur für Arbeit zustimmen. Sie prüft dabei, ob sie zu vergleichbaren Bedingungen wie deutsche Arbeitnehmer beschäftigt werden. Nur in einigen Regionen ist eine zusätzliche Vorrangprüfung notwendig. Für sie gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Als Hospitant sind Flüchtlinge "Gast" in einem Unternehmen und benötigen keine Zustimmung der lokalen Ausländerbehörde.
  • In einem Orientierungspraktikum mit Hinblick auf eine Berufsausbildung oder ein Studium können Asylsuchende auch richtig mit anpacken. Allerdings kann dieses maximal drei Monate dauern und benötigt die Genehmigung der lokalen Ausländerbehörde.
  • Darüberhinausgehende Praktika, die nicht der Orientierung dienen oder länger als drei Monate dauern, unterliegen den normalen Bedingungen zum Arbeitsmarktzugang. Sie sind zudem mindestlohnpflichtig.
  • Mit dem Arbeitsmarktprogramm "Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen" (FIM) führen wir Flüchtlinge schon vor Abschluss ihres Asylverfahrens an den deutschen Arbeitsmarkt heran: Mit rund 100.000 Arbeitsgelegenheiten fördern wir sinnvolle, gemeinwohlorientierte Beschäftigungen in und außerhalb von Aufnahmeeinrichtungen.

Einstiegswege [PDF, 91,2 KB]

„Praktika“ und betriebliche Tätigkeiten für Asylbewerber und geduldete Personen

Bundesfreiwilligendienst

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein Angebot an Frauen und Männer jeden Alters, sich außerhalb von Beruf und Schule für das Allgemeinwohl zu engagieren

Un­fall­ver­si­chert im frei­wil­li­gen En­ga­ge­ment

Ehrenamtliches Engagement muss sicher sein - vor allem für die, die hier aktiv werden.

www.inarbeit.inqa.de

Das Angebot "In Arbeit“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit bietet praxisorientierte Lösungsansätze für eine gute und langfristig ausgerichtete Zusammenarbeit interkultureller Belegschaften.