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Transkript zum Podcast - Die Zukunft der Arbeit, 2. Folge vom 16.09.2019 "Ausbildung"

24. Oktober 2019

Behr: Dies ist eine Geschichte in fünf Kapiteln. Eine wahre Geschichte, die in Deutschland im Jahr 2019 spielt.

Und es geht um viele verschiedene Menschen, die uns von sich und ihrer Arbeit erzählen werden. Sie alle werden uns erzählen, wie sich alles ändert, wie sie damit umgehen und warum wir alle optimistisch sein sollten. Und wie in jedem Kapitel sitze ich mit dem Minister für Arbeit und Soziales zusammen, Herrn Heil, dem ich diese Geschichte erzähle.

Heil: Hallo, ich grüße Sie.

Behr: "Die Zukunft der Arbeit: So qualifiziert sich Deutschland". Ein Podcast vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Mein Name ist Heiko Behr.

Kapitel 2.

Behr: In der letzten Folge haben wir von Herrn Leube gehört, der sich erfolgreich weiterbildet zum Kundenmonteur. Sein Chef, die Firma, die Arbeitsagentur, alle stehen hinter ihm. Jetzt laufe ich bei sengender Hitze über einen Parkplatz in Halle an der Saale.

Pfeil: Wir sind bei der SBH in Halle.

Behr: Was ist die SBH?

Pfeil: Das ist ein Ausbildungsbetrieb, Ausbildungszentrum, ich mach ne Ausbildung zum Elektriker.

Behr: SBH steht für Stiftung Bildung und Handwerk, sie gehören, sagt mir die Homepage, zu den "führenden Bildungsdienstleistern in Deutschland". Hier drückt Herr Pfeil gerade wieder die Schulbank. Als Jugendlicher ist er nach der 8. Klasse abgegangen. Jetzt ist er 35.

D.h. fast 20 Jahre ist es her, dass du in der Schule warst. Jetzt sitzt du wieder hier. Was hattest du für Vorstellungen, plötzlich wieder jeden Tag zur Schule gehen zu können?

Pfeil: Ich hab mir das nicht schlimm vorgestellt. Ich hab mir nur vorgestellt, dass ich mit vielen Jüngeren die gerade Lehre machen, da sitze. Das ist gar nicht so, die machen alle Weiterbildung und Schulung.

Behr: Bist du damals gern zur Schule gegangen?

Pfeil: Nee. Tatsächlich wirklich nicht, aber das ist nur weil ich faul war. Weil ich nicht wissbegierig war. Ich war nicht dumm aber faul. Das war mein Problem.

Behr: Was hat sich jetzt verändert?

Pfeil: Ich bin älter und reifer geworden. Irgendwann hat man doch kapiert, hätte ich mal in der Schule aufgepasst, dann wüsste ich das jetzt. Aber die Erkenntnis kommt, wenn es zu spät ist.

Behr: Herr Heil, nach 20 Jahren wieder in der Schule sitzen, das auch noch Vollzeit, das ist ein ganz schöner Schritt, oder?

Heil: Ja und wir müssen auch feststellen, dass für viele Menschen dieser Begriff, den wir so gerne sagen, "lebenslanges Lernen" ziemlich anstrengend ist. Einige haben ein bisschen Sorge davor. Das klingt nach "lebenslang". Und das ist nicht so eine schöne Assoziation. Andere haben auch ein bisschen traumatische Erinnerungen an ihre Schulzeit. Und trotzdem ist es richtig. Und in diesem Bespiel haben wir jemanden, der motiviert, nämlich der Herr Hennig als Geschäftsführer, der Herrn Pfeil auch hilft. Der ihm deutlich macht, welche Chancen er hat, wenn er diesen Weg geht. Und das ist notwendig. Genauso wie materielle Unterstützung.

Behr: Teil Ihrer sogenannten "Qualifizierungsoffensive" ist ja auch, dass der Zugang zum Anspruch auf Arbeitslosengeld erleichtert wird. Was bedeutet das konkret?

Heil: Konkret geht es um die Menschen, die wir aus der Arbeitslosigkeit rausholen wollen. Und wir sagen, wenn jemand sich weiterbildet, muss er die Chance haben, auch besser materiell unterstützt zu werden, ein Stück länger auch Arbeitslosengeld zu bekommen. Das ist eine Möglichkeit, die vollkommen vernünftig ist, damit wir Menschen motivieren. Damit wir ihnen auch einen Weg aus der Arbeitslosigkeit heraus zeigen. In diesem Fall ist es so, dass der Herr Pfeil die Chance hat, nicht nur einen Job zu bekommen. Sondern eine dauerhafte gute Beschäftigung bekommen kann. Für die allerdings eine Qualifikation die Grundlage ist. Und bei ihm geht es ja um sowas wie eine Umschulung. Wenn er Maler war und demnächst einen neuen Beruf ergreifen muss, auch mit 35 und das muss auch mit 45 möglich sein. Bei dem Wandel, den wir in der Arbeitsgesellschaft erleben. Damit Menschen eine Chance haben, durch eine gute Ausbildung, durch eine gute Qualifikation selbstbestimmt leben zu können, ihre Familie ernähren zu können und dauerhaft Beschäftigung zu bekommen.

Behr: Kehren wir mal zurück auf den Parkplatz in Halle, wo ich mittlerweile mit Herrn Pfeil in seinem Auto sitze. Er hat nach der Schule erstmal eine Ausbildung gemacht, zum Maler und Lackierer. Fest angestellt war er danach aber nicht mehr.

Pfeil: Die Firmen haben sich quergestellt: Ja, du brauchst Berufserfahrung haufenweise, und wenn du aus der Lehre kommst, hast du ja keine Berufserfahrung. Oder eben Auto. Und wieso sollst du dir als Arbeitsloser ein Auto leisten. Also die Spirale hat sich immer weitergedreht. Und nix gefunden.

Behr: Und dann bist du bei Zeitarbeit gelandet. Gar kein Maler.

Pfeil: Das hat mich nicht gestört, Hauptsache ich hatte Arbeit.

Behr: Hat dich das nicht gestört, dass du gewusst hast, das kann jederzeit vorbei sein und dann sitzt du wieder da?

Pfeil: Nee, das hat mich tatsächlich nicht gestört. Ich konnte auch mit Arbeitslosengeld II leben, zwar nicht so pralle, also Obst war nicht drin, aber das ging schon. Ich hab es immer alles auf mich zukommen lassen.

Behr: Du fandst das gar nicht belastend, dieses Gefühl zurück in die Arbeitslosigkeit und gar nicht zu wissen, wann es weitergeht und wie es weitergeht?

Pfeil: Ich hab mir schon Gedanken mit Selbständigkeit gemacht. Ich wollte mich mit einem Essenswagen selbständig machen, Essen ausgeben. Das ist leider nix geworden. Dafür brauchte ich eine Baugenehmigung und ich sollte einen Architekten beauftragen, der mir das ausmisst, wo der Wagen stehen soll. Das hätte mich ja Tausende Euros gekostet... Dieses Auto, das ich mir sogar schon gekauft hatte, wäre für den Straßenverkehr nicht zugelassen gewesen. Das hätte dastehen müssen, wo es steht. Und dadurch ging das dann nicht. Ich hab mal ausgeholfen bei einem Dönerwagen. Und dann war ich der einzige Deutsche, der Döner verkauft hat. Und das hat mir echt gefallen. Kochen tu ich sowieso gern. Warum nicht Essen ausgeben, mal ne Bockwurst ausgeben, das kann man ja machen. Wenn ich die Stände sehe, die vergrößern sich jedes mal. Bis sie sich übernehmen. Ich hatte schon alles ausgerechnet, wieviel ich verkaufen muss und das war tatsächlich gar nicht so viel. Um davon leben zu können, also das ging.

Behr: Die Idee Selbständigkeit war für Herrn Pfeil dann auch irgendwann zerschlagen. Stattdessen ging er einen anderen Weg

Pfeil: Ich hab sehr viel in Leiharbeitsfirmen gearbeitet und dadurch habe ich viele Berufe durchlebt. Z.B. war ich Müllfahrer, dann war ich in einer Toastfabrik, nur sowas, Hilfsarbeiten, das hat mich nicht gestört, aber irgendwann hatten die keine Arbeit und dann ist man da wieder raus. Dann war ich Fahrzeugüberführer, da bin ich nach Bayern gefahren, das ging auch ziemlich lange, aber da ist dann kindlich was dazwischen gekommen, bin ja auch Papa zweifach und da hat das mit Montage nicht geklappt.

Behr: Weil du einfach zu Hause sein musstest.

Pfeil: Ja, genau.

Behr: Man muss das so sagen: Herr Pfeil steckte ein bisschen fest. Immer zwischen Zeitarbeit und Arbeitslosigkeit hin und herpendelnd. Nun ist sein Sohn aber groß, er ist flexibel. Und es greift nicht das Schicksal ein oder das Glück, nein, es ist: die Familie...

Pfeil: Meine Schwester arbeitet in der Firma von Hennig und die hat gesagt, wir brauchen jemanden, der mit auf Montage fährt. Vielleicht würdest du da mit reinkommen können, wenn du dich gut anstellst. Da habe ich gesagt, gut, wie machen wir das? Machen wir erstmal Praktikum oder was? Dann habe ich mit dem Chef gesprochen. Dann habe ich da zwei Wochen Praktikum gemacht. Angeguckt wie das mit der Brandmeldezentrale funktioniert, dann habe ich gesagt, das hört sich nicht schlecht an, das mache ich. Dann habe ich ein Jahr lang gearbeitet und das hat mir immer noch Spaß gemacht.

Behr: Was hast du konkret gemacht?

Pfeil: Die machen ja Brandmeldetechnik. Und dazu gehört, dass man Brandmelder festmacht, verkabelt bis zur Brandmeldezentrale, das aber in einem ganzen Gebäude. Nicht nur ein Brandmelder, sondern in jedem Raum sind Brandmelder drin, die müssen mit Kabelschienen festgemacht werden. Und da hat der Chef zu mir gesagt, da bräuchtest du aber ne Umschulung oder Ausbildung. Da wusste er nicht genau, wie sich das verhält. Später haben wir dann erfahren vom Arbeitsamt, das reicht nicht. Wir müssten nochmal eine Ausbildung ansetzen.

Behr: Und genau diese Ausbildung absolviert Herr Pfeil jetzt gerade. Acht Stunden lang täglich, zwei Jahre lang. Eine komplette Ausbildung eben. Das hat Konsequenzen...

Da kann man ja sagen, das ist eine langfristige Investition der Firma in dich oder?

Pfeil: Ja, die kriegen das von der Arge wieder.

Behr: Aber du fehlst ja jetzt da. Ist ja ein ziemliches Vertrauensding vom Chef. Sonst würde er sich ja nicht dafür einsetzen.

Pfeil: Ja, da bin ich aber sehr stolz. Die Firma ist ja schon ein bisschen familiär, kann man schon so sagen. Die Firma ist ja auch nicht sehr groß, 7 Arbeiter ungefähr, aber es ist super. Der Chef ist super, mit dem kann man auch mal, Mensch Chef, da ist noch was, da kann man mal hingehen und was klären. Das ist nicht so, dass der sagt, jetzt nicht, hau mal ab. Dann kommt er, ja komm, erzähl mal, das ist super bei ihm. Der vertraut mir. Denke ich. Dass ich das packe. Also der setzt eigentlich große Hoffnungen in mich.

Behr: Und deine Familie?

Pfeil: Die finden es gut. Einen Elektriker in der Familie? Geil. Kannste doch gleich mal hier unsere Laube verkabeln

Behr: Kommen direkt die Forderungen...

Pfeil: Natürlich, aber ist ja gar nicht schlimm, bin ja gern hilfsbereit.

Behr: Deine Schwester auch stolz auf dich?

Pfeil: Ja, die ist wahnsinnig stolz auf mich.

Behr: Wir fahren nach Bitterfeld, 25 km von Halle entfernt, draußen brennen Felder, Feuerwehrwagen rasen an uns vorbei. Wir sind auf dem Weg zum Arbeitgeber von Herrn Pfeil: die Hennig Sicherheitstechnik GmbH. Elektroanlagen, Brandmeldetechnik, Zutrittskontrolle, Überwachungstechnik – das ist die Bandbreite der Firma.

Wir sitzen im Chef-Büro, Herr Hennig kommt schnell zur Sache. Auch hier der Tenor: Fachkräfte. Ist ein Problem. Er erzählt eine Anekdote von einem jungen Mann, 10. Klasse, der mit seinen Eltern an der Seite ein Bewerbungsgespräch mit ihm führt. Bis sich herausstellt, dass er Höhenangst hat und auf keine Leiter steigen kann.

Hennig: ... dann hätten wir das Gespräch vor einer Stunde abbrechen können.

Behr: Jetzt haben Sie ja über 16-jährige Lehrlinge erzählt, hier beim Herrn Pfeil ist das Ganze ja bisschen anders gelaufen.

Hatten Sie aufgrund des Alters Bedenken?

Hennig: Nee, Alter nicht. Es war nur die Situation zu klären, wenn er bei uns tätig ist, muss er ja irgendwann selbständig werden. Du musst die Grundlagen können. Und aufgrund der Voraussetzungen, bestimmte Lehrgänge, die angeboten werden von der freien Wirtschaft, da sind wir nicht weitergekommen. Und dann haben wir das Arbeitsamt um Hilfe gebeten, wie können wir hier weiterkommen. Und dann hieß es, entweder er lernt als Lehrling. Das Lehrlingsgehalt ist relativ bescheiden, da kann man nicht leben. Und zum anderen ist das auch zu wenig, die Zeitspanne zu lang. Dann wurde der Vorschlag gemacht, warum lernt er nicht gleich den Beruf über einen Zweijahreszeitraum. Und dann haben wir uns Gedanken gemacht, er fällt ja zwei Jahre aus für uns. Aber es ist das Beste, auch für seine Zukunft, dass er das richtig mal umsetzen kann, wenn er das erfolgreich abgeschlossen hat. Und das ist wichtig fürs Unternehmen, wenn man weiß, die Grundlagen sind da. Und man kann bedenkenlos den Mann zu den Kunden und Anlagen schicken.

Behr: Ich finde das ja toll, dass Sie das gemacht haben, jetzt könnte man ja sagen, Moment, der holt sich da jemanden rein, der fängt an zu arbeiten und dann soll er ausgebildet werden und dann ist er zwei Jahre weg vom Fenster, da fällt er ja für Sie aus.

Hennig: Das ist richtig. So ein Lehrling oder was Herr Pfeil jetzt macht, das bringt nur Kosten, was natürlich vom Arbeitsamt kompensiert wird, was sehr gut ist. Mit Lehrlingen ist es auch so, man setzt sehr viel Zeit und Initiative dran, dass aus dem jungen Mann auch was wird. Wir sagen im Unternehmen: Wer bei uns anfängt, da tun wir alles dafür, dass er auch hier bleibt.

Behr: Herr Heil, so einen Chef wünscht man sich, oder?

Heil: Ja, das ist so, der Herr Hennig ist ein ganz Handfester offensichtlich. Er hat nicht nur das Herz am richtigen Fleck, er vertritt auch das Interesse seines Unternehmens. Und er braucht ja auch eine Fachkraft in diesem Bereich. Aber die Einstellung finde ich sehr, sehr gut. Nicht Menschen abzuschreiben, sondern zu sagen, den können wir gebrauchen. Und da klemmen wir uns auch dahinter, dass das gelingt. Das ist die Motivation, von der ich vorhin gesprochen habe, die notwendig ist. Das ist auch eine bisschen andere Einstellung, die wir brauchen. Weil Fachkräfte gebraucht werden und Motivation so wichtig ist, damit man sich aufrappelt und anstrengt.

Behr: Wir sprechen jetzt über die Menschen, die durch das Qualifizierungschancengesetz wieder an Arbeit kommen, wie Herrn Pfeil. Aber es geht ja auch um die Arbeitgeber. Also in diesem Fall Herrn Hennig bzw. sein Unternehmen. Wie funktioniert das?

Heil: Wir gehen immer noch davon aus, dass Unternehmen zuerst mal selbst zuständig sind, richtige Fach- und Arbeitskräfte zu finden. Das ist im Interesse jeden Unternehmens. Dabei haben es die großen Unternehmen immer leichter. Die haben Personalabteilungen, die haben auch andere Möglichkeiten am Arbeitsmarkt, wo es mit Fachkräften enger geworden ist, Leute anzuwerben. Wir müssen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen unterstützen und begleiten. Mit dem Qualifizierungschancengesetz gibt es auch finanziellen Anreiz. Wenn Sie in Weiterbildung investieren, wenn Sie Leute aus der Arbeitslosigkeit holen oder auch Beschäftigte weiterqualifizieren, gibt es die Möglichkeit, Sie auch materiell und finanziell aus der Bundesagentur für Arbeit zu unterstützen. Das ist im Kern der Gedanke des Qualifizierungschancengesetzes.

Behr: Herr Heil, ich denke, jetzt wird es Zeit, dass wir uns dem großen D nähern. Dem Begriff, der immer mitschwingt, wenn es um Zukunft der Arbeit geht: Digitalisierung. Was bedeutet das für Sie? Was beinhaltet das eigentlich?

Heil: Das ist eine Chiffre für den technologischen Wandel, den wir jetzt schon rapide erleben. Technischen Fortschritt hat es immer gegeben, seit der Industrialisierung haben neue Technologien die Arbeitswelt verändert. Der Unterschied ist nur, dass es heute viel rascher geht. Dass wir nicht über einen Strukturwandel der nächsten 30, 40, 50 Jahre reden, sondern dass das jetzt schon stattfindet, dass Digitalisierung unseren Arbeitsmarkt in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern wird. In den unterschiedlichsten Ausprägungen. In der Frage, wie man zusammenarbeitet, welche Technologien genutzt werden, wo manchmal auch menschliche Arbeit durch technischen Fortschritt ersetzt wird. Welche neuen Qualifizierungsanforderungen das mit sich bringt. Also es ist ein umfassender Wandel. Und unsere Aufgabe ist es, in Zeiten dieses Wandels Chancen und Schutz zu organisieren. Beides ist notwendig. Nicht vor dem Wandel – sondern im Wandel.

Behr: Bevor wir ausführlicher in den nächsten Kapiteln dieser Geschichte darüber sprechen, schwenken wir nochmal rüber nach Bitterfeld, zur Firma Hennig. Digitalisierung im Handwerk, gibt es natürlich auch, aber was bedeutet das konkret?

Müssen Sie immer noch alles vor Ort machen oder gibt’s da eine Entwicklung, dass sie vom Rechner aus steuern können?

Hennig: Bei der Digitalisierung muss man schon aufpassen, dass es nicht übertrieben wird. Es ist sehr problematisch im Sicherheitsbereich. Es ist so, dass wir in unseren Anlagen selbstverständlich von hier aus arbeiten und steuern können. Bestimmte Daten, die wir runterholen müssen. Da ist man schneller, man kann den Kunden schneller bedienen. Wenn da ein Problem aufgekommen sein sollte und man steht vor Ort und sagt, ich kann das lösen, aber ich brauche die Daten. Das hat sich schon verbessert, es wird auch weiter so gehen. Wobei wir immer darauf achten, wenn wir sicherheitsrelevante Systeme, die hoch angesetzt sind, zum Beispiel bei Museen oder Banken oder Polizeidienststellen, bauen – am besten ist es, dass keiner Zugriff auf eure Anlagen hat. Dass eure Anlagen autark laufen und keiner in euer Netz eingreifen kann.

Behr: Im zweiten Kapitel dieses Podcasts haben wir also die Geschichte eines Mannes gehört, der zwischen Arbeitslosigkeit und Zeitarbeit gependelt ist. Der dann plötzlich die Chance bekommen hat, festangestellt zu sein. Er ergreift gerade in diesem Moment diese Chance, sein Leben komplett zu ändern.

Im dritten Kapitel dieser fünfteiligen Geschichte treffen wir auf Herrn Beigl. Er arbeitet konkret an unser aller Zukunft.

Beigl: ...hier haben wir einen weiteren haptischen Display, quasi ein neuer Sinn...

Behr: Wissenschaftler in Karlsruhe und er gibt uns einen Einblick in seine Welt, die bald unsere sein könnte. Im 3. Kapitel von "Die Zukunft der Arbeit: So qualifiziert sich Deutschland". Ein Podcast vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Mein Name ist Heiko Behr.