Wann habe ich einen Anspruch auf berufliche Weiterbildung?

Die Leistungen zur Förderung der beruflichen Weiterbildung sind grundsätzlich Ermessensleistungen. Einen Rechtsanspruch darauf gibt es daher nicht.

Schon nach bislang geltendem Recht muss die Teilnahme an einer beruflichen Weiterbildung notwendig sein, um bei späterer Arbeitslosigkeit wieder beruflich eingegliedert werden zu können, eine konkret drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, oder weil die Notwendigkeit einer Weiterbildung wegen fehlenden Berufsabschlusses anerkannt ist.

Das heißt, die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter mussprüfen, ob z.B. mit dem angestrebten Bildungsziel eine anschließende Beschäftigungsaufnahmeerwartet werden kann oder ob andere arbeitsmarktpolitische Instrumente erfolgversprechender sind.

Die mit dem Qualifizierungschancengesetz geöffnete Weiterbildungsförderung für Beschäftigte zielt vor allem auf die Verbesserung von Qualifikationen durch Weiterbildungen, die eine Dauer von vier Wochen (160 Stunden) übersteigen und außerhalb des Betriebes bzw. im Betrieb durch einen zertifizierten Träger durchgeführt werden. Im Fokus stehen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die vom technologischen Wandel durch Digitalisierungs- und Automatisierungsprozesse oder in sonstiger Weise durch Strukturwandel in einem Wirtschaftszweig betroffen sind oder eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben. Wie auch schon nach geltenden Recht müssen Maßnahmen und Träger zugelassen sein.