Wird das Wunsch- und Wahlrecht durch diese Regelung eingeschränkt?

Nein. Leistungen können zunächst dann gemeinsam erbracht werden, wenn der Leistungsberechtigte dies ausdrücklich wünscht (§ 116 Absatz 3 SGB IX-neu). In anderen Fällen können Leistungen nur dann gemeinsam in Anspruch genommen werden, wenn dies im Einzelfall angemessen und für den Leistungsberechtigten zumutbar ist (§ 116 Absatz 2 i.V.m. § 104 SGB IX-neu). Dem Wunsch- und Wahlrecht kommt dabei besondere Bedeutung zu. Im Rahmen der Abwägung sind für jeden Einzelfall die persönlichen, familiären und örtlichen Umstände, einschließlich der gewünschten Wohnform, zu berücksichtigen. Der oder die Leistungsberechtigte soll dabei auf Augenhöhe, schon im Rahmen des Gesamtplanverfahrens, an der Entscheidung beteiligt werden.

Zudem können Leistungen auch nicht in allen Bereichen gemeinsam an mehrere Leistungsberechtigte erbracht werden (vgl. § 116 Absatz 2 i.V.m. § 104 Absatz 3 Satz 4 SGB IX-neu.). Grundsätzlich können nur Leistungen zur Assistenz, zur Heilpädagogik, zum Erwerb praktischer Fähigkeiten und Kenntnisse, zur Förderung der Verständigung, zur Beförderung und zur Erreichbarkeit einer Ansprechperson außerhalb konkreter Inanspruchnahme (Rufbereitschaft u.ä.) gemeinsam in Anspruch genommen werden.

Für Assistenzleistungen, die im Zusammenhang mit dem Wohnen stehen, wurde zum Schutz der Intimsphäre des Wohnens darüber hinaus im § 104 Absatz 3 Satz 4 SGB IX-neu eine ausdrückliche Beschränkung aufgenommen.
Demnach sind Assistenzleistungen im Bereich der Gestaltung sozialer Beziehungen und der persönlichen Lebensplanung, die im Zusammenhang mit dem Wohnen außerhalb von besonderen Wohnformen stehen, nicht gemeinsam zu erbringen, wenn der Leistungsberechtigte dies wünscht.