Stimmt es, dass auch Adoptiveltern nun immer von den Verbesserungen profitieren?

Bei der erstmaligen Verlängerung der Kindererziehungszeit wurde bei Eltern, die damals, also vor dem 1. Juli 2014, Anspruch auf eine Rente hatten, auf die Erziehung im 12. Kalendermonat nach Ablauf des Monats der Erziehung abgestellt, um pauschal einen Zuschlag an persönlichen Entgeltpunkten zu gewähren. Auch der vorliegende Gesetzesentwurf sieht für Rentnerinnen und Rentner die Gewährung eines pauschalen Zuschlags (grundsätzlich anknüpfend an den 24. Kalendermonat) vor. Diese pauschale Anrechnungsweise wurde aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung gewählt, um den Zuschlag weitgehend maschinell anhand der im Versicherungskonto enthaltenen Daten gewähren zu können.

Weil Adoptiveltern Zeiten der Kindererziehung nach denselben Grundsätzen anerkannt werden wie leiblichen Eltern, kann es je nach Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes in den Haushalt der Adoptiveltern vorkommen, dass die Kindererziehungszeit für die ersten zweieinhalb Lebensjahre eines vor 1992 geborenen Kindes gar nicht zur Anrechnung kommt.

Der Gesetzentwurf sieht für all diejenigen Elternteile, insbesondere auch Adoptiveltern, ein besonderes Antragsrecht vor, die aufgrund des pauschalen Abstellens der Erziehung auf die genannten Kalendermonate keinen Zuschlag an Entgeltpunkten für die Erziehung ihres (Adoptiv-)Kindes erhalten haben oder erhalten würden. Voraussetzung für den Zuschlag an Entgeltpunkten ist, dass nicht schon anderen Versicherten oder Hinterbliebenen (wie beispielsweise leiblichen Elternteilen oder Pflegeelternteilen) für dasselbe Kind Kindererziehungszeiten oder Zuschläge an Entgeltpunkten für den maßgebenden Erziehungszeitraum anzurechnen sind. Der Zuschlag beträgt je Kalendermonat der Erziehung 0,0833 persönliche Entgeltpunkte. Diese anteiligen Zuschläge werden – der Verlängerung um ein halbes Jahr entsprechend - maximal bis zum 30. Kalendermonat nach Ablauf des Monats der Geburt ab dem 1. Januar 2019 gewährt. Damit soll erreicht werden, dass möglichst viele Adoptiveltern die Leistung erhalten. Allerdings kann es durch den Ausschluss von Doppelleistungen im Einzelfall vorkommen, dass Adoptiveltern nicht oder nicht vollständig von der verlängerten Kindererziehungszeit profitieren. Einen Antrag können übrigens auch Stief- und Pflegeeltern stellen.