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Deutsch-französische Erklärung

22. Januar 2019

zum Bericht, der von der Globalen Kommission der ILO zur Zukunft der Arbeit veröffentlicht wurde

Die Flaggen von Deutschland und Frankreich liegen übereinander.

Die Ministerin Frankreichs für Arbeit Muriel Pénicaud und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil begrüßen den Bericht der Globalen Kommission der Internationalen Arbeitsorganisation zur Zukunft der Arbeit. Die Minister würdigen die Bedeutung des Berichts sowie die darin enthaltenen Maßnahmen. Der Bericht hebt das Mandat der ILO mit ihrer einzigartigen dreigliedrigen Struktur innerhalb des globalen Ordnungsrahmens (Governance) hervor und stellt einen entscheidenden Beitrag zur laufenden weltweiten Diskussion über die Zukunft der Arbeit dar. Die Minister werden sich auch weiterhin für die Arbeit der ILO starkmachen und sie in ihrem Auftrag und ihrer Rolle im multilateralen System unterstützen.

Minister Hubertus Heil betont:

Die Arbeit der Globalen Kommission zeigt, wie durch neue Ideen die Herausforderungen der Arbeitswelt der Zukunft auch über nationale Grenzen hinweg gemeinsam angegangen werden können. Ich begrüße, dass der Bericht nicht nur mögliche internationale Strategien für die Zukunft der Arbeit enthält, sondern auch die Zukunft der ILO weiterdenkt und die Stärkung internationaler Arbeitsstandards im multilateralen System in den Fokus nimmt. Der Bericht stellt eine neue Grundlage für die zukünftige Durchsetzung gerechter Arbeitsbedingungen und sozialer Sicherungssysteme dar.

Ministerin Muriel Pénicaud betont:

Der Bericht schlägt eine Agenda vor, die die Menschen in den Mittelpunkt stellt. Somit ist er eine wesentliche Grundlage für ein aussagekräftiges, ehrgeiziges und zukunftsweisendes Abschlussdokument der IAO-Jahrhundertfeier im Juni 2019. Wie der Bericht deutlich macht, steht es in unserer Verantwortung, gemeinsam auf dem Weg des sozialen Dialogs Antworten auf die sozialen Auswirkungen der Globalisierung zu finden und die bestehenden Möglichkeiten zu ergreifen, menschenwürdige Arbeit für alle zu gewährleisten und die Zukunft der Arbeit in unserem Sinne zu gestalten.

Die beiden Minister stellen drei Aktionspunkte heraus, die für die Internationale Arbeitsorganisation von Interesse sind: die Gewährleistung der Wirksamkeit, Allgemeingültigkeit und Bedeutung der internationalen Arbeitsstandards, die Förderung des sozialen Dialogs und Kollektivverhandlungen sowie die Stärkung des Multilateralismus durch Betonung der institutionellen Rolle der ILO in der globalen Ordnungspolitik (Governance) durch politische Kohärenz.

Ein Weg besteht darin, die Aufgabe der ILO als treibende Kraft bei der Entwicklung und Umsetzung einer auf den Menschen konzentrierten wirtschaftlichen Agenda im internationalen System durchzusetzen, um Sozialschutz für alle zu garantieren und den sozialen Dialog in der ganzen Welt zu fördern. Die beiden Minister betrachten die ILO als wesentliche Akteurin, um Herausforderungen wie z.B. die Verbreitung der informellen Wirtschaft, zunehmende Ungleichheit, Übergänge am Arbeitsmarkt und wirksame Geschlechtergleichstellung in Angriff zu nehmen. Der Bericht befasst sich eingehend mit diesen Entwicklungen in der Arbeitswelt und macht einige innovative Empfehlungen, die von der internationalen Gemeinschaft gemeinsam umzusetzen sind. Frankreich und Deutschland sprechen mit einer Stimme, um die volle Kapazität der ILO zur Überwachung und Anführung des Prozesses für nachhaltige und menschenwürdige Arbeit in der Zukunft zu unterstützen.

Hintergrundinformation zum Bericht, der von der Globalen Kommission zur Zukunft der Arbeit veröffentlicht wurde:

Die Globale Kommission zur Zukunft der Arbeit stellte heute ihren Bericht "Für eine bessere Zukunft arbeiten" bei der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf vor. Der Bericht ist das Ergebnis einer über 15 Monate dauernden Analyse durch eine 27köpfige Kommission, die sich aus führenden Personen aus den Bereichen der Sozialpartner, Think Tanks, Wissenschaft, sowie Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zusammensetzt. Der Bericht fordert Regierungen, Sozialpartner und andere Mitglieder der internationalen Gemeinschaft auf, weltweit konkrete Maßnahmen umzusetzen, um den Herausforderungen, die durch beispiellose Umwandlungsprozesse in der Arbeitswelt hervorgerufen werden, zu begegnen.

In­ter­na­tio­na­le Ar­beits­or­ga­ni­sa­ti­on (ILO)

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ist innerhalb der Bundesregierung federführend für die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Genf. Wichtigstes Thema der ILO ist derzeit unter anderem die Soziale Dimension der Globalisierung.