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Kinder- und Zwangsarbeit muss stärker bekämpft werden

2. September 2019

G20-Arbeits- und Beschäftigungsministertreffen in Matsuyama, Japan 1./2. September 2019

Gruppenbild der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister.

Ein erheblicher Anteil der weltweiten Kinder- und Zwangsarbeit geht in Produkte ein, die über globale Lieferketten auf die Weltmärkte exportiert werden. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) in Kooperation mit der OECD, IOM und UNICEF erstellt und heute auf dem G20-Treffen der Arbeits- und Beschäftigungsminister in Matsuyama (Japan) vorgestellt hat. Darin werden erstmals Daten zum Umfang von Kinder- und Zwangsarbeit in globalen Lieferketten aufbereitet und ausgewertet. Staatssekretär Björn Böhning sagte auf dem G20-Treffen: Dieser Bericht zeigt, dass wir als Regierungen in Industrieländern wie Deutschland eine direkte, unmittelbare Verantwortung dafür haben, Menschenrechtsverletzungen wie Kinder- und Zwangsarbeit in unseren Lieferketten zu beenden. Mit der UN Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft verpflichtet, Kinderarbeit bis 2025 und Zwangsarbeit bis 2030 abzuschaffen. Wir müssen unsere gemeinsamen Anstrengungen erheblich verstärken, um dieses Ziel zu erreichen. Weltweit müssen nach ILO-Angaben immer noch 152 Millionen Kinder arbeiten und 25 Millionen Menschen sind Opfer von Zwangsarbeit.

Der Bericht zeigt außerdem, dass der überwiegende Anteil der Kinderarbeit in tieferen Schichten globaler Lieferketten erbracht wird, Kinder arbeiten demnach meist nicht direkt an Exportprodukten, sondern an Vorprodukten. Die Analysemethoden der internationalen Organisationen ermöglichen es erstmals, auch diesen "indirekten Anteil" der Kinder- und Zwangsarbeit in globalen Lieferketten zu messen. Gerade diese "versteckten" Menschenrechtsverletzungen müssten stärker ins Blickfeld gerückt werden, so Böhning.

Böhning warb auf dem G20-Treffen auch für einen starken sozialen Dialog im multilateralen System und bat die G20 um Unterstützung für das gemeinsame Vorhaben Deutschlands, Frankreichs und der Türkei, der internationalen Arbeitgeberorganisation (IOE) und dem Internationalen Gewerkschaftsbund (ITUC) einen permanenten Beobachterstatus bei den Vereinten Nationen zu gewähren.

Zum Abschluss des Treffens verabschiedeten die G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister eine gemeinsame Erklärung zu den Schwerpunktthemen der diesjährigen japanischen G20-Präsidentschaft, den Herausforderungen des demographischen Wandels, Gleichstellung von Männern und Frauen am Arbeitsmarkt und neuen Erwerbsformen in der Plattformökonomie.

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Sinn und Zweck der Internationalen und Bilateralen Beschäftigungs- und Sozialpolitik ist der gegenseitige Austausch von Erfahrungen auf diesem Gebiet.