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International

Gesund und sicher arbeiten im klimatischen Wandel

Der sich in den "3D" Digitalisierung, Dekarbonisierung und demografischer Wandel spiegelnde strukturelle Wandel hat enorme Auswirkungen auf die Arbeitswelt und damit auch auf die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Arbeitssicherheit und vor allem der Gesundheitsschutz waren entscheidend im Kampf gegen die COVID-19-Pandemie. Wir brauchen sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, um dem strukturellen Wandel zu begegnen. Der Klimawandel spielt dabei eine immer wichtigere Rolle. Wir wollen mit unseren G7-Partnern die Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz diskutieren und neue Herausforderungen für den Arbeitsschutz angehen. Unser Ziel ist es, dass wir uns als G7 auf notwendige Maßnahmen für die Zukunft verständigen.

 

Herausforderungen für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz im klimatischen Wandel

Die Erderwärmung hat Einfluss auf die Arbeits- und Produktionsbedingungen auf der ganzen Welt. Die Anzahl von Hitzetagen wird sich absehbar erhöhen und ihre Intensität zunehmen. Für den Arbeitsalltag bedeutet dies, dass die Gefahr für Hitzschläge, Dehydrierung und Erschöpfung steigt. Das Gesundheitsrisiko bei der Arbeit im Freien erhöht sich zusätzlich durch die steigende UV-Belastung und Krankheiten, die durch Zecken und Mücken übertragen werden. Es wird mehr Extremwetterereignisse wie Starkregen oder Stürme geben, die ebenfalls einen Einfluss auf die Arbeitsbedingungen haben werden. Das Risiko von extremwetterbedingten Arbeitsunfällen wird sich erhöhen. Außerdem wird die Gefahr durch chemische Stoffe, die z.B. in der Recycling-Industrie verwendet werden, zunehmen. Dies hat konkrete Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der Beschäftigten in zahlreichen Branchen.

Diese Herausforderungen müssen wir angegehen, um den Einfluss der Erderwärmung auf die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsumfeld so gering wie möglich zu halten. Die G7 verständigen sich darauf ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Herausforderungen und Maßnahmen zu bündeln, um so gemeinsam passgenaue Lösungen für die Zukunft zu finden.

Arbeitsschutz in einer sich verändernden Arbeitswelt

Um den Arbeitschutz im klimatischen Wandel auf gewohnt hohem Niveau zu erhalten, müssen wir vorausschauend handeln. Arbeitsstätten müssen den klimatischen Veränderungen angepasst werden. Dabei gilt es Maßnahmen zu vermeiden, die das Klima zusätzlich belasten, wie z.B. die Installation von Klimaanlagen.

Die Anpassung von Arbeits- und Pausenzeiten sind eine effektive Möglichkeit, die Auswirkungen von Hitze und UV-Strahlung auf den Arbeitsalltag zu reduzieren. Insbesondere bei der Arbeit im Freien sind eine Schutzausrüstung und die Versorgung mit Getränken wichtige Maßnahmen.

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ist und bleibt essentiell. Um dies auch im klimatischen Wandel garantieren zu können, müssen wir den Aspekt der Nachhaltigkeit bei allen Arbeitsschutzmaßnahmen mitdenken.

DWD Jetzt herunterladen

Infografik zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz mit dem Titel: "Durchschnittliche UV-Belastung bei Außentätigkeit".

Die Grafik veranschaulicht die weltweite durchschnittliche UV-Belastung, der Menschen bei Tätigkeiten im Freien ausgesetzt sind. Dafür visualisiert die Grafik den UV-Index. Der UV-Index beschreibt den am Boden erwarteten Tagesspitzenwert der sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung. Je höher der Wert, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten. Der UV-Index wurde von der WHO definiert und ist weltweit einheitlich. Besonders in Äquatornähe, d. h. der subtropischen und der tropischen Zone, kann ein UV-Index von 8 bis über 13 gemessen werden. Das bedeutet die UV-Belastung für Beschäftigte in diesen Regionen ist besonders hoch. In der gemäßigten, subpolaren und der polaren Zone, liegt der UV-Index hingegen bei 0 bis 7.

Arbeitsschutz weltweit stärken

Der Arbeitsschutz ist eine Grundlage für menschenwürdige und gute Arbeit und muss auch im klimatischen Wandel gesichert sein. Als führende Industrienationen haben die G7 eine besondere Verantwortung nicht nur in ihren eigenen Ländern, sondern weltweit. Durch Liefer- und Wertschöpfungsketten besteht eine enge Verzahnung mit anderen, oft ärmeren Produktionsländern. Um der daraus erwachsenen Verantwortung nachzukommen, streben wir mit unseren G7-Partnern an weltweit für einen starken Arbeitsschutz einzutreten - insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Dafür nutzen wir bereits die bestehenden Strukturen: Wir wollen erreichen, dass die G7 die Forderung Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu einem international anerkannten fundamentalen Recht und Prinzip in der Welt der Arbeit  machen, unterstützen und sich bei der ILO dafür stark machen.

Gleichzeitig streben wir an, dass sich die G7 in einem Pilotprojekt im Rahmen des Vision Zero Fund im Kaffeeanbau in Vietnam und im Anbau von Tomaten und Chili in Mexiko engagieren. Der Vision Zero Fund ist ein globaler Fonds zur Vermeidung schwerer und tödlicher Arbeitsunfälle in ärmeren Produktionsländern, der 2015 auf Initiative der Bundesregierung im Zuge der letzten deutschen G7-Präsidentschaft entstand. Mit diesem Pilotprojekt, wollen wir die Arbeit des Fonds auch auf klimawandelbedingte Herausforderungen für den Arbeitsschutz ausweiten.