Navigation und Service

Sie sind hier:

Digitale Stakeholder-Workshops: Das soziale Europa in der Diskussion | 10.30 -12.00 Uhr

In den Workshops wurden Forderungen erarbeitet, die um 15.30 Uhr mit den Minister*innen diskutiert wurden.
Hier finden Sie die Aufnahme des dazugehörigen Programmpunktes „Minister*innen und Stakeholder im Dialog: Das soziale Europa in der Diskussion“

Workshop 1: Erkenntnisse aus der COVID-19-Krise: Zukunftssichere Beschäftigung durch Reformen für inklusive, dynamische Arbeitsmärkte

Organisiert von: BusinessEurope, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), The Adecco Group

Europa hat mit seiner Antwort auf die Krise bisher die negativen Auswirkungen auf Beschäftigung und Soziales effektiver bewältigt als viele anderen Regionen der Welt. Europas starke und autonome Sozialpartner sind ein Trumpf bei der schnellen Ausgestaltung und Umsetzung von ausgewogenen, krisenbezogenen Lösungen.

In diesem Zusammenhang spielen auch Tarifverhandlungen eine große Rolle. Der von der Europäischen Kommission am 27. Mai vorgestellte Aufbauplan ist ein mutiger erster Schritt. Vor dem Hintergrund seines finanziellen Rahmens hat er das Potenzial, wirklich etwas zu bewirken und Investitionen anzukurbeln, Arbeitsplätze durch wettbewerbsfähige Unternehmen zu schaffen sowie Jobs zu retten und die Zahl der Unternehmensschließungen zu begrenzen. Jetzt kommt es darauf an sicherzustellen, dass das Geld gut eingesetzt wird, um Investitionen zu fördern und den europäischen Unternehmen zu helfen, Einnahmen zu generieren und Arbeitsplätze zu schaffen. Die Auszahlung europäischer Gelder muss auch an die Umsetzung länderspezifischer Strukturreformen, die im Europäischen Semester vereinbart wurden, geknüpft werden.

Dieser Workshop möchte Raum für eine Diskussion bieten, in der erörtert wird, für welche arbeitsmarktpolitischen Probleme die verfügbaren Ressourcen vorrangig ausgegeben werden sollten, um die Leistungsfähigkeit der Arbeitsmärkte und sozialen Systeme zukunftsfest zu gestalten. Der legitime Fokus auf die Bewältigung krisenbezogener kurzfristiger Herausforderungen ist kein Grund, die Notwendigkeitaus dem Auge zu verlieren, wie man bei der Bewältigung der altbekannten strukturellen Herausforderungen, die Wachstum und Beschäftigung in verschiedenster Ausprägung in den Mitgliedstaaten behindern, Fortschritte machen kann.


Workshop 2: Angemessene, zugängliche & den Lebensunterhalt sichernde Grundsicherungssysteme in Europa – Die Zeit zu handelnist jetzt!

Organisiert von: Caritas Europa, Eurodiaconia, Europäisches Armutsnetzwerk (EAPN), Social Platform

Europa ist eine der reichsten Regionen der Welt. Die Menschen, die in der Europäischen Union leben, genießen beste Lebens- und Arbeitsbedingungen und haben die umfassendsten Sozialschutzsysteme. Allerdings sieht die Lage bei genauerer Betrachtung ganz anders aus. 2018 waren mehr als 109 Millionen Menschen armutsgefährdet und von sozialer Ausgrenzung bedroht. Das ist etwa eine von fünf Personen. Darüber hinaus sind bestimmte Gruppen überdurchschnittlich betroffen. Ein angemessenes und garantiertes Einkommen spielt bei der Reduzierung des Ausmaßes und der Tiefe von Armut und sozialer Ausgrenzung eine Schlüsselrolle. Nationale Grundsicherungssysteme sind ein integraler Bestandteil eines umfassenden, auf Rechten beruhenden und universellen Grundsicherungssystems. Sie spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, den Menschen die volle Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen und ihnen für den gesamten Verlauf ihres Lebens ein Leben in Würde zu garantieren. Die COVID-19-Pandemie hat die Notwendigkeit eines umfassenden Sozialschutzes und koordinierter Maßnahmen der EU weiter verstärkt.

Wir fordern eine EU-Rahmenrichtlinie über ein angemessenes Mindesteinkommen,um die Basis für ein grundlegendes soziales Sicherheitsnetz zu schaffen und gleichzeitig Armut und Ungleichheiten zu verringern, indem die soziale Aufwärtskonvergenz innerhalb und zwischen den EU-Mitgliedstaaten gefördert und die unmittelbaren und langfristigen sozioökonomischen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie gemildert werden.


Workshop 3: Tarifverträge & Mindestlöhne in Europa

Organisiert von: Europäischer Gewerkschaftsbund (EGB), Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Auf Europas Weg zum Wiederaufbau müssen alle Beschäftigten mitgenommen werden. Die COVID-19-Pandemie zeigt wie ein Brennglas auf die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten in systemrelevanten Dienstleistungssektoren (wie z. B. dem Pflegesektor) und anderen sensiblen Sektoren.

Dieser Workshop adressiert Probleme, mit denen Beschäftigte sich in Bezug auf menschenwürdige Arbeit und angemessene Löhne, konfrontiert sehen. Herausforderungen, die in diesem Workshop behandelt werden, sind: mangelnde Absicherung durch Tarifverträge, Höhe der Mindestlöhne, Nichtzahlung von Mindestlöhnen (Tarifverträge und gesetzliche Mindestlöhne), ungerechte Lohnabzüge und Probleme mit der Arbeitszeit (zum Beispiel nicht erfasste Arbeitsstunden).

In dem Workshop wird dies auf interaktive Weise durch die Erfahrungen der direktbetroffenen Beschäftigten diskutiert, und es werden Lösungen aufgezeigt, wie Teilhabe durch Tarifverträge und Mindestlöhne zur Bekämpfung der Armut in Europa gefördert werden kann. Die Ergebnisse des Workshops werden für nationale und europäische Politiker, aber auch für die Sozialpartner und Arbeitsaufsichtsbehörden von Interesse und Bedeutung sein.


Workshop 4: Nicht noch eine verlorene Generation: Echte Lösungen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit & sozialen Ausgrenzung in Europa

Organisiert von: Europäisches Jugendforum (YFJ), Deutscher Bundesjugendring (DBJR), Jugendausschuss des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB-Jugend)

Heute sind junge Menschen in Europa die Altersgruppe mit dem höchsten Armutsrisiko und dem höchsten Risiko der sozialen Ausgrenzung. So beträgt die Arbeitslosenquote von jungen Menschen 15,1 % während sie bei der Gesamtbevölkerung bei 6,7 % liegt. Ein Mangel an qualitativ hochwertigen Arbeitsplätzen, schlechter Zugang zu sozialer Absicherung und der Bedarf an stärkerer Unterstützung während des Übergangsvon der Schule in die Beschäftigung sind Herausforderungen für die gesamte Jugend Europas. In Anbetracht dieser bestehenden Problemlagen und der unvorhergesehenen Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Jugendliche, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die auf europäischer Ebene vorgeschlagenen Instrumente äußerst ambitioniert sind, damit wir die Herausforderungen bewältigen und eine weitere verlorene Generation verhindern können.

Diskutieren Sie gemeinsam mit dem Europäischen Jugendforum, dem Deutschen Bundesjugendring (DBJR) und dem Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) die Frage, warum Jugendliche auf dem Arbeitsmarkt von heute in einer besonders verwundbaren Situation sind und wie sie gefördert werden können, damit kein Jugendlicher, keine Jugendliche, zurückgelassen wird.


Workshop 5: Gerechte Bedingungen für temporäre Wanderarbeitnehmer*innen in der EU – für ein umfassendes Informationssystem im Bereich der Migration

Organisiert von: Internationale Arbeitsorganisation (ILO) Vertretung in Deutschland, ILO Büro für Mittel-und Osteuropa

Es gibt einen Rechtsrahmen für zirkuläre Migration innerhalb der EU, der verschiedene Arten der temporären Migration und Rechte am Arbeitsplatz abdeckt. Wanderarbeitnehmer*innen sind jedoch oftmals schlecht über die unterschiedlichen Migrationsmodalitäten und ihre Rechte informiert. Dies führt zu einer Situation der Informationsasymmetrie gegenüber ihren Arbeitgeber*innen. Die zwischen Wanderarbeitnehmer*innen, Arbeitgeber*innen und Subunternehmer*innen bestehenden Informationsdefizite sind häufig Ursache für Ausbeutung.

Die Folge ist eine Ungleichbehandlung von Beschäftigten, die bestehende Ungleichheiten verstärkt. In diesem Workshop diskutieren wir darüber, wie Informationsdefizite bei für einen befristeten Zeitraum tätigen Wanderarbeitnehmer*innen verhindert, bzw. behoben werden können. Wir möchten gemeinsam eine umfassende Informationsverbreitungsstrategie für Wanderarbeitnehmer*innen in der EU entwerfen, indem wir Wissenslücken bei Wanderarbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen identifizieren. Dabei untersuchen wir den gesamten Migrationspfad von der Anwerbung bis zur Vermittlung und ermitteln verschiedene Hebel zur Verbesserung der Situation. Das Ziel besteht darin, abschließende Empfehlungen zu Informationsverbreitungsstrategien für Wanderarbeitnehmer*innen in der EU zu erarbeiten.

Seite teilen