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Europäische Chancen für die Arbeit von morgen

23. Oktober 2020

Der digitale und ökologische Strukturwandel verändert die Arbeitswelt. Wie können die Arbeitnehmer*innen von heute auch die Arbeit von morgen machen? Wie verbessern wir den Zugang zu Weiterbildung? Zu diesen und anderen Fragen hat das BMAS am 20. Oktober 2020 mit Gästen aus Europa diskutiert. Das Online-Panel fand als Teil einer virtuellen Konferenzreihe zum Schwerpunkt "Neue Arbeitswelt - Menschliche Arbeitswelt" statt.

Techniker vor einem Bildschirm, auf dem das Online-Panel zu sehen ist

Die Digitalisierung, der ökologische Wandel und die COVID-19 Pandemie verändern den Arbeitsmarkt. Damit verändern sich auch die Anforderungen an jede Einzelne und jeden Einzelnen. Am 20. Oktober 2020 diskutierten Staatssekretär Björn Böhning und der Generaldirektor der für Beschäftigung zuständigen Generaldirektion der Europäischen Kommission Joost Korte, gemeinsam mit Kolleg*innen aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten und knapp 300 Zuschauer*innen aus ganz Europa. Die Frage: Wie können selbstbestimmte Erwerbsbiographien im Wandel der Arbeitswelt gelingen? 

Zum Auftakt begrüßte Bundesminister Hubertus Heil die Teilnehmenden der Konferenz. Der Bundesminister betonte: 

Die entscheidende Frage für uns alle in Europa ist, wie wir dafür sorgen können, dass die Beschäftigten von heute die Arbeit von morgen machen können. Die beste Antwort auf diese Frage ist: Weiterbildung und Qualifizierung.

Die Pandemie mache diese Notwendigkeit nur noch deutlicher. Deshalb müsse jetzt ganz besonders darauf geachtet werden, dass sich bestehende Ungleichheiten nicht weiter verschärfen. Für den Bundesminister ist damit klar:

Es braucht neue Ansätze, und ich bin mir sicher, dass wir beim Blick über den nationalen Tellerrand hinaus, voneinander lernen können. Der Bedarf… [an individueller Weiterbildung] wird in Zukunft weiter wachsen. Und die Bürgerinnen und Bürger in Europa erwarten zurecht, dass die Politik gemeinsam mit den Sozialpartnern die richtigen Weichen dafür stellt.

Herausforderungen benennen - Arbeit von morgen, die richtigen Angebote und passende Unterstützung

 In der Debatte mit 

  • Björn Böhning, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Deutschland
  • Caroline Cohen, Beraterin für berufliche Bildung im Leitungsstab von Élisabeth Borne, Ministerin für Arbeit, Beschäftigung und Integration, Frankreich
  • Joost Korte, Generaldirektor für Beschäftigung, Soziales und Inklusion der Europäischen Union
  • Mateja Ribič, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Familie, Soziales und Chancengleichheit, Slowenien
  • Roland Sauer, Sektionsleiter Arbeitsmarkt, Bundesministerium für Arbeit, Familie und Jugend, Österreich
  • Daniël Waagmeester, Direktor industrielle Beziehungen, Ministerium für Soziales und Arbeit, Niederlande

standen drei große Fragen im Fokus:

  1. Zum einen brauchen Beschäftigte Informationen darüber, welche Kompetenzen gefragt sind, um sich beruflich weiterzubilden. Hier bieten sich auch durch branchenspezifische und KI-gestützte Analysen ganz neue Chancen und Möglichkeiten, aufzuzeigen in welche Richtung der Arbeitsmarkt sich entwickelt. Damit lassen sich einige Unsicherheiten reduzieren, welche Kompetenzen genau zukunftsträchtig sind.
  2. Eine weitere Herausforderung ist der Zugang zu Angeboten. Wer sich weiterbilden möchte, sollte das passende Angebot auf einfachem Wege finden - Transparenz über Weiterbildungsangebote spielt dafür eine entscheidende Rolle.
  3. Um berufliche Weiterbildungswünsche zu realisieren, braucht es außerdem Zeit zum Lernen, aber auch finanzielle Mittel. Das betrifft sowohl die Kosten der Qualifizierung als auch einen auskömmlichen Lohnersatz.

 Darüber hinaus ergänzte Björn Böhning:

 Es ist eine große Herausforderung für die europäische Arbeitsmarktpolitik mit Weiterbildungsangeboten gerade diejenigen zu erreichen, die bisher schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hatten.

Der Blick über den nationalen Tellerrand: Was wir voneinander lernen können 

Die gute Nachricht: Die meisten EU Mitgliedsstaaten haben bereits heute Maßnahmen auf den Weg gebracht, um diese Herausforderungen anzugehen. Individuelle Förderungen stehen im Mittelpunkt. Beispiele sind Programme, die Beschäftigten eine Freistellung von der Arbeit ermöglichen, um an beruflicher Weiterbildung teilzunehmen (Österreich); die Bereitstellung eines Budgets für Weiterbildung (Niederlande); oder auch eine Qualifizierungs-App (Frankreich).  Die Europäische Kommission wird zudem im nächsten Jahr eine EU-weite Initiative zu individuellen Lernkonten starten.

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