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KI in der Arbeitswelt: Potenziale erkennen, Transparenz schaffen

13. Oktober 2020

Wie können wir in Europa sicherstellen, dass KI ein verlässlicher und sicherer Teil der neuen Arbeitswelt wird? Diese Fragen diskutierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit Partner*innen aus Politik, Wirtschaft und Wis­senschaft der EU auf einer Veranstaltung der Diskussionsreihe zum Thema "Neue Ar­beitswelt – Menschliche Arbeitswelt".

Bildschirme, Kameras und Lichter

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Künstliche Intelligenz (KI) ist ein wesentlicher Treiber von Verän­derungen, die Fragen aufwerfen: Nutzen wir bald alle selbstfahrende Autos? Erleichtern Maschinen unsere Arbeit oder ersetzen sie womöglich Arbeitsplätze? Woher kommen eigentlich die Daten, die KI benötigt, um zu funktionieren, und werden sie verantwortungsvoll genutzt? Diese Fragen stellen sich weit über nationale Grenzen hinaus. Deshalb hat die Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft im Bun­desministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ein Symposium mit Expert*innen aus den Ministerien der europäischen Mitgliedstaaten, aus der Wissenschaft und Wirtschaft zum Thema "KI in der Arbeits­welt" veranstaltet.

In ihrer Begrüßungsrede betonte Dr. Julia Borggräfe, Abteilungsleiterin für Digitalisierung und Arbeits­welt im BMAS, dass KI ein zentrales Element der Arbeitspolitik ist. „Das zeigt sich vor allem in drei Bereichen: beim Arbeitsschutz, in Bewerbungsprozessen und bei den Anforderungen an die Quali­fikationen der Mitarbeiter*innen.“ Stefan Olsson, bei der EU-Kommission zuständig für das Thema Be­schäftigung, warb in seinen einführenden Worten dafür, das Potenzial von KI in den Vordergrund zu stellen, anstatt sich auf Ängste zu fokussieren. „Wir wissen aus der Geschichte, dass derartige Trans­formationen am Ende mehr Arbeitsplätze schaffen“, sagte Olsson.

Regeln für den Einsatz von KI

Anschließend beschäftigten sich die Teilnehmer*innen des Symposiums mit KI im Arbeitskontext. Lucilla Sioli, bei der Europäischen Kommission für das Thema digitale Industrie zuständig, umriss, welche Regeln es für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt bereits gibt. Dabei wies sie be­sonders auf die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen der EU und den Mitgliedstaaten für einen koordinierten KI-Plan hin. Nachfolgend stellten Paul Desruelle, Leiter des KI-Observatoriums bei der EU-Kommission, und Dr. Markus Dicks, Projektleiter des deutschen KI-Observatoriums ihre Aktivitäten vor und skizzierten die Möglichkeiten der Zusammenarbeit.

In der anschließenden Diskussionsrunde ging es darum, wie Unternehmen heute schon KI einsetzen. Dr. Georg von Richthofen vom Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft, Professor Aleksandra Przegalinska von der Kozminski Universität in Warschau und MIT-Fellow Wolfgang Zeiher, stellvertre­tender Konzernbetriebsratvorsitzender bei IBM, sowie Tobias Frenzel, Verantwortlicher für die Einfüh­rung des HR-Chatbots CARL bei Siemens, diskutierten über den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Lebensrealität der Arbeitnehmer*innen in Unternehmen. Tobias Frenzel berichtete, dass der HR-Chatbot CARL bereits in 36 Ländern zum Einsatz kommt und für einige Mitarbeiter*innen schon „eine Art Kollege“ geworden sei.

Workshop-Teilnehmer*innen identifizierten wichtige Zukunftsthemen

In drei Workshops vertieften die Expert*innen folgende Aspekte: die Rolle von KI in der beruflichen Bildung, in Bewerbungsprozessen sowie bei Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Nach intensiver Debatte und Diskussion stellten die Leiterinnen der Workshops die Ergebnisse vor. Ein zent­raler Aspekt war dabei der Wunsch nach einem transparenten Einsatz von KI am Arbeitsplatz und der Einbeziehung der Mitarbeiter*innen.

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