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Globale Lieferketten – Globale Verantwortung

Gemeinsam menschenwürdige Arbeit weltweit sichern

Arbeiterinnen einer Näherei im Werk

Nicht überall auf der Welt arbeiten Menschen unter guten Bedingungen. Dass Gesundheits- und Arbeitsschutz in globalen Lieferketten oft mangelhaft sind, offenbart auch die Corona-Krise. Daher setzt sich das BMAS für faire Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferketten ein.

Wir konsumieren Obst aus Südafrika, Schokolade von der Elfenbeinküste und Kaffee aus Brasilien. Wir tragen Kleidung, die in Asien gefertigt wird und unser Smartphone besteht aus Einzelteilen, die in der ganzen Welt hergestellt werden – und zwar von Menschen, die mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen.

Doch nicht überall in den globalen Lieferketten sind die Arbeitsbedingungen gut. Laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) werden weltweit fast 25 Millionen Menschen in Zwangsarbeit ausgebeutet, fast jedes zehnte Kind ist Opfer von Kinderarbeit. Diese Zahlen sind erschreckend und nicht hinnehmbar.

Europa ist in vielerlei Hinsicht mit der Welt eng verflochten. Wir Europäerinnen und Europäer müssen Verantwortung für die soziale Gestaltung der Globalisierung übernehmen. Deswegen setze ich mich dafür ein, dass die Arbeitsbedingungen und Sozialstandards für Menschen, die in den Lieferketten europäischer Unternehmen arbeiten, verbessert werden – ganz gleich, an welchem Ort der Welt sie ihren Lebensunterhalt verdienen.

Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales

Eine faire Gestaltung der Globalisierung

Deswegen nutzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die EU-Ratspräsidentschaft, um das Thema mit den EU-Partnerinnen und -Partnern weiter voranzubringen. Das BMAS will zu einer fairen Gestaltung der Globalisierung beitragen, sodass europäische Unternehmen die Menschenrechte in ihren Lieferketten achten – nicht nur in Europa, sondern weltweit.

Wie wichtig dieses Ziel ist, das zeigt nun auch die COVID-19-Pandemie, die unzählige Beschäftigte entlang globaler Lieferketten in eine Existenzkrise stürzt. Zudem wird deutlich, dass der Gesundheits- und Arbeitsschutz angesichts hoher Ansteckungsrisiken international oft mangelhaft ist und informell Beschäftigte – zumeist Frauen – häufig fristlos und ohne soziale Sicherung entlassen werden. Damit ist klar: Global tätige Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen. Dafür sind menschenrechtliche und ökologische Sorgfalt wichtig.

Die EU muss eine globale Vorreiterrolle einnehmen

Als Wertegemeinschaft ist die Europäische Union (EU) gefordert, eine globale Vorreiterrolle einzunehmen, um die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auch in den Lieferketten außerhalb Europas zu schützen. Einige EU-Länder handeln bereits, indem sie Sorgfaltspflichten für Unternehmen gesetzlich durchsetzen. 16 Mitgliedstaaten haben die Leitprinzipien der Vereinten Nationen für Wirtschaft und Menschenrechte durch einen Nationalen Aktionsplan umgesetzt. Auch die Bundesregierung formuliert klar im „Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte (NAP)“ ihre Erwartung gegenüber Unternehmen zur Umsetzung ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht.

Nun setzt sich das BMAS im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft für einen neuen EU-Aktionsplan „Menschenrechte und gute Arbeit in globalen Lieferketten“ ein. Damit sollen mehr Transparenz, Menschenrechtsschutz, Umweltschutz und Stabilität in Lieferbeziehungen durch Stärkung der Unternehmensverantwortung erreicht werden.

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