Aus- und Weiterbildung

Weiterbildung mit Strategie

Die Nationale Weiterbildungsstrategie ist unser gemeinsamer Leitfaden hin zu einer neuen Weiterbildungskultur.

Die Nationale Weiterbildungsstrategie ist einmalig: Zum ersten Mal gibt es eine solche Strategie in Deutschland, die von Bund, Ländern, Wirtschaft, Gewerkschaften und der Bundesagentur für Arbeit getragen wird.

Die Ziele: Weiterbildungen als festen Bestandteil beruflicher und unternehmerischer Entwicklung zu etablieren und eine gemeinsame Weiterbildungskultur in Deutschland zu schaffen.

Die Nationale Weiterbildungsstrategie ist ein langfristig angelegter, übergreifender und partnerschaftlicher Austausch- und Beratungsprozess zur Weiterbildungspolitik, der auch in dieser Legislaturperiode fortgesetzt und weiterentwickelt wird. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) setzt den Strategieprozess in gemeinsamer Federführung mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) um.

Eine Strategie für Arbeitsuchende, Arbeitnehmer*innen und Unternehmer*innen

Ob Arbeitsuchende, Arbeitnehmer*innen oder Unternehmer*innen – sie alle profitieren von der Nationalen Weiterbildungsstrategie:

  • Arbeitsuchende erhalten mit Weiterbildungen neue Chancen auf einen Arbeitsplatz
  • Arbeitnehmer*innen helfen Weiterbildungen, um fit für die Berufswelt von morgen zu sein
  • Unternehmen, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Kleinstunternehmen, verhelfen gezielte Weiterbildungsmaßnahmen dazu, Fachkräfte zu gewinnen

Denn sie alle erleben den Wandel der Arbeitswelt, durch Digitalisierung und Strukturwandel, den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft und nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie.

Hier setzt die Weiterbildungsstrategie an. Sie liefert Impulse, hält Vereinbarungen der Partner fest und gibt Maßnahmen vor, um Weiterbildung vor diesem Hintergrund zu fördern.

Nationale Weiterbildungsstrategie: eine Bilanz

Ein gutes Beispiel für eine konkrete Maßnahme, bei der das Bundesarbeitsministerium zentrale Vereinbarungen aus der Nationalen Weiterbildungsstrategie umgesetzt hat, ist das Arbeit-von-morgen-Gesetz, das im Mai 2020 verkündet wurde. So legt das Gesetz zum Beispiel fest, dass es für Geringqualifizierte einen Rechtsanspruch auf Förderung zum Nachholen eines Berufsabschlusses gibt. Mit dem Arbeit-von-morgen-Gesetz wurde zudem die Förderung von Qualifizierungen für Unternehmen ausgeweitet.

Das Arbeit-von-morgen-Gesetz ist nur eine von vielen Maßnahmen, die Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit in der Nationalen Weiterbildungsstrategie festgelegt haben. Seit Vorstellung des Strategiepapiers im Juni 2019 haben alle 17 Partner intensiv an der Umsetzung der getroffenen Vereinbarungen gearbeitet.

Der Bericht gibt Empfehlungen zur Weiterentwicklung der bearbeiteten Handlungsfelder und zeigt eine Perspektive für die Fortführung eines strategischen Ansatzes zur Stärkung der beruflichen Weiterbildung sowie der Weiterbildungskultur in Deutschland auf.

Der Bericht zum Stand der Umsetzung, der im Juni 2021 vorgestellt wurde, dokumentiert das bis dato Erreichte: Über drei Viertel der vereinbarten Maßnahmen und Initiativen wurden umgesetzt bzw. auf den Weg gebracht.

Aufbruch und Kontinuität: den Strategieprozess fortführen und weiterentwickeln

Der aktuelle Koalitionsvertrag gibt den klaren Auftrag zur Fortsetzung des erfolgreich begonnenen Strategieprozesses. Mit dem Updatepapier zur Fortführung und Weiterentwicklung der Nationalen Weiterbildungsstrategie ist in diesem Zusammenhang ein unter allen 17 Partnern beschlossenes Papier mit strategischem und zukunftsweisendem Charakter entwickelt worden, das die Grundlage der Nationalen Weiterbildungsstrategie für die nächsten Jahre darstellt. Dabei knüpft das Papier einerseits an den in der letzten Legislaturperiode vorgestellten Umsetzungsbericht an, benennt gleichzeitig aber auch neue Herausforderungen und Handlungsstrategien.

Vier Querschnittsthemen bieten dabei in den folgenden Jahren Orientierung:

  • Zugänge zu Beratung, Förderung und Weiterbildungsangeboten erleichtern 
  • Kooperationen in Regionen und Branchen vertiefen
  • Konzepte weiterentwickeln
  • digitale Weiterbildung stärken

Ziele der Partner der Nationalen Weiterbildungsstrategie (NWS) sind:

  • Ansätze erarbeiten und umsetzen, damit mehr Geringqualifizierte an Weiterbildung teilnehmen.
  • Den Aufbau benötigter Kompetenzen und etwaiger Umorientierung im Erwerbsleben im betrieblichen Kontext stärken, insbesondere für KMU, da die Weiterbildungsbeteiligung bei ihnen geringer ist als bei größeren Unternehmen.

Darüber hinaus hat sich die Bundesregierung im Rahmen der EU-2030-Strategie das Ziel gesetzt, die Weiterbildungsbeteiligung auf einen Wert von 65 Prozent zu steigern. Dieses Ziel unterstützen die Partner der NWS.

Bundesprogramm zum "Aufbau von Weiterbildungsverbünden"

Dieses Förderprogramm richtet sich vor allem an KMU und ihre Beschäftigten. Sie sollen die Möglichkeit erhalten, häufiger an Weiterbildungen teilzunehmen. Dazu werden Betriebe, Bildungs- und Beratungseinrichtungen miteinander vernetzt.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm

Nationale Online-Weiterbildungsplattform (NOW)

Allen Bürgerinnen und Bürgern soll ein einfacher Zugang zu Förder- und Beratungsmöglichkeiten, sowie Informationen zu Berufen und Weiterbildungsangeboten angeboten werden. Die Bundesagentur für Arbeit entwickelt seit Herbst 2022 die Nationale Online-Weiterbildungsplattform (NOW). Ziel ist ein zentrales Online-Eingangsportal zur arbeitsmarktorientierten und beruflichen Weiterbildung aufzubauen. Ratsuchenden und Weiterbildungsinteressierten soll es damit leichter fallen, schnell und unkompliziert passende Weiterbildungen und Fördermöglichkeiten zu finden. Zum anderen soll es Unternehmen, insbesondere kleineren und mittleren Unternehmen (KMU), leichter gemacht werden passende Angebote zu finden, um Qualifizierungsbedarfe ihrer Beschäftigten zu decken und sich so zukunftssicher aufzustellen. Die NOW soll somit bei der Erschließung beruflicher Entwicklungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten unterstützen. 

Bei der Umsetzung stehen die Bedarfe der Nutzer*innen im Zentrum, um einen Mehrwert im Weiterbildungssystem - für Ratsuchende und Unternehmen, aber auch für Bildungsträger - zu leisten.

Des Weiteren setzt sich das Bundesarbeitsministerium für die Einführung des Qualifizierungsgeldes und der Bildungszeit ein. Mit dem Qualifizierungsgeld soll ein an das Kurzarbeitergeld angelehntes Förderinstrument geschaffen werden, um besonders von der Transformation betroffene Unternehmen zu unterstützen. Die staatlich geförderten Bildungszeiten und Bildungsteilzeiten sollen den individuellen Weiterbildungsbedarfen Rechnung tragen und arbeitsmarktbezogene Qualifizierungen ermöglichen. 

Im Herbst 2023 wird im Rahmen der Nationalen Weiterbildungsstrategie die erste Nationale Weiterbildungskonferenz stattfinden.

Weitere Informationen