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Hintergrundinformationen zu biologischen Arbeitsstoffen

Biologische Arbeitsstoffe stellen den Arbeitsschutz vor besondere Herausforderungen, da ständig mit dem Auftreten neuer oder veränderter Krankheitserreger gerechnet werden muss.

Biologische Arbeitsstoffe stellen den Arbeitsschutz vor besondere Herausforderungen, da ständig mit dem Auftreten neuer oder veränderter Krankheitserreger gerechnet werden muss. Aber auch das Wiederauftreten bekannter, bereits überwunden geglaubter, Krankheiten wie z.B. die Tuberkulose, wirft Probleme auf.

Gründe hierfür sind z.B. zunehmende Resistenzenbildung. Hinzu kommt, dass durch verstärkte Reiseaktivitäten auch "exotische" Krankheitserreger schnell weltweit verbreitet werden können. Dies führt dazu, dass sich das Spektrum der relevanten biologischen Arbeitsstoffe ständig ändert. In der Regel sind davon auch Beschäftigte insbesondere in der Forschung und im Gesundheitsdienst betroffen. Dabei erlangt immer wieder einmal das Auftreten einzelner Erreger durch die Medienberichterstattung spektakuläre Bedeutung. Für solche Fälle hat das BMAS einen Krisenstab eingerichtet, der sich aus den Vorsitzenden der Unterausschüsse und Projektgruppen des ABAS zusammensetzt und der - entsprechend der Problemstellung - jeweils durch Wissenschaftler ergänzt wird.

Dadurch konnten auch beim Auftreten der Geflügelpest (Vogelgrippe) im Herbst 2005 mit dem Beschluss 608 zur Klassischen Geflügelpest (Vogelgrippe) die erforderlichen Maßnahmen zum Arbeitsschutz unverzüglich ermittelt, festgelegt und bekannt geben werden.

Von besonderer Brisanz ist derzeit auch die Diskussion über eine mögliche Influenzapandemie. Davon wären natürlich unter anderem auch Beschäftigte im Gesundheits- und Rettungsdienst betroffen. Hier greifen Fragen des allgemeinen Infektionsschutzes und des Arbeitsschutzes ineinander. Dabei sind die Schutzziele der beiden Bereiche nicht unbedingt deckungsgleich. Während der Infektionsschutz im Pandemiefall nicht nur die Verhinderung der Ausbreitung und die Bekämpfung der Erkrankung sondern auch die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung erreichen muss, hat der Arbeitsschutz lediglich den erhöht gefährdeten Beschäftigten zu schützen. Besonders problematisch ist dies in Bezug auf Impfungen und die Prophylaxe mit antiviralen Medikamenten zu sehen, da diese nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht sofort und anfangs nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen würden. Der Arbeitsschutz wird hier also ggf. hinter den höherrangigen Zielen der Pandemiebekämpfung zurückstehen müssen. 

Entsprechend den Vorgaben der EG-Richtlinie teilt die Biostoffverordnung biologische Arbeitsstoffe in vier sog. Risikogruppen (RG) ein. Diese Einteilung erfolgt in Anlehnung an Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und berücksichtigt die Schwere der hervorgerufenen Krankheit, die Verbreitungsgefahr sowie die Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten. Die genaue Einteilung lautet:

  • RG 1  Biologische Arbeitsstoffe, bei denen es unwahrscheinlich ist, dass sie beim Menschen eine Krankheit verursachen.
  • RG 2  Biologische Arbeitsstoffe, die eine Krankheit beim Menschen hervorrufen können und eine Gefahr für Beschäftigte darstellen können; eine Verbreitung des Stoffes in der Bevölkerung ist unwahrscheinlich; eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung ist normalerweise möglich.
  • RG 3  Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen her­vorrufen können und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen können; die Gefahr ei­ner Verbreitung in der Bevölkerung kann bestehen, doch ist normalerweise eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung möglich.
  • RG 4  Biologische Arbeitsstoffe, die eine schwere Krankheit beim Menschen her­vorrufen und eine ernste Gefahr für Beschäftigte darstellen; die Gefahr einer Verbreitung in der Bevölkerung ist unter Umständen groß; normalerweise ist eine wirksame Vorbeugung oder Behandlung nicht möglich.

Eine Sonderrolle spielen die Biologischen Arbeitsstoffe, die von der Gefährdung her in Risikogruppe 3 einzustufen sind, aber nicht über die Luft übertragen werden. Der eingeschränkte Übertragungsweg macht es möglich, auf bestimmte Schutzmaßnahmen zu verzichten. Um dies kenntlich zu machen, werden diese Mikroorganismen bei der Risikogruppenbezeichnung 3 mit zwei Sternchen gekennzeichnet. Bekannteste Vertreter dieser 3**-Organismen sind HIV und die Erreger der Hepatitis B und C.

Ein Teil der biologischen Arbeitsstoffe wurde von der EG im Rahmen der Richtlinie eingestuft. Diese sog. Legaleinstufungen umfasst allerdings lediglich einen Bruchteil der relevanten Krankheitserreger und spart die Risikogruppe 1 aus, sodass bei nicht eingestuften Mikroorganismen oftmals unklar ist, ob diese harmlos - also Risikogruppe 1 - sind oder ob überhaupt noch keine Einstufung erfolgt ist. Hinzu kommt, dass die Einstufungen nicht immer transparent und nachvollziehbar sind, da international einheitliche Kriterien fehlen.

Die Einstufungen beinhalten somit bereits eine - wenn auch wenig differenzierte -  Risikobetrachtung wodurch der Arbeitgeber bei der eigenen Gefährdungsbeurteilung maßgeblich unterstützt wird. Man muss sich allerdings auch klar über die Schwächen dieses Systems sein. So kann die Einteilung des gesamten, komplexen Spektrums Biologischer Arbeitsstoffe in nur 4 Risikogruppen nur ein grobes Raster darstellen. Dies zeigt sich insbesondere in der Risikogruppe 2, in der Mikroorganismen von relativ harmlos bis ziemlich gefährlich zu finden sind.

Die Gefährdungsbeurteilung ist durch den Arbeitgeber vor Aufnahme der Tätigkeit durchzuführen und muss danach bei maßgeblichen Veränderungen der Arbeitsbedingungen aktualisiert werden. Die Gefährdungsbeurteilung setzt - je nach Art der Tätigkeiten - spezielle Kenntnisse voraus. Die Verordnung gibt deshalb vor, dass sie fachkundig durchzuführen ist und der Arbeitgeber sich ggf. entsprechend beraten lassen muss.

Als fachkundige Personen werden insbesondere der Betriebsarzt und die Fachkraft für Arbeitssicherheit genannt. Gerade beim Umgang mit Krankheitserregern spielen arbeitsmedizinische Aspekte bei der Gefährdungsbeurteilung eine Rolle, sodass die Beteiligung eines entsprechend ausgebildeten Arztes nicht selten erforderlich sein dürfte. Die arbeitsmedizinische Beurteilung der durch die biologischen Arbeitsstoffe und die Tätigkeiten bedingten Gesundheitsgefährdungen einschließlich der Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen sind deshalb in der Verordnung auch als Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge  aufgeführt.

Die Verordnung verlangt vom Arbeitgeber, dass er sich die für eine Beurteilung erforderlichen Informationen über Identität, Einstufung und Infektionspotential der vorkommenden biologischen Arbeitsstoffe beschafft. Da die Verordnung auch sensibilisierende und toxische Wirkungen biologischer Arbeitsstoffe erfasst, sind auch diese Eigenschaften abzuprüfen. Darüber hinaus benötigt er Kenntnisse über die durchzuführenden Tätigkeiten und die damit verbundenen möglichen Übertragungswege. Zusätzlich sind Art, Ausmaß und Dauer einer möglichen Exposition der Beschäftigten zu ermitteln. Anders als bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen sieht die Verordnung aber keine Ermittlung von konkreten Arbeitsplatzkonzentrationen z.B. durch Messungen vor, da dies bei biologischen Arbeitsstoffen wenig Sinn machen würde. Insbesondere bei nicht gezielten Tätigkeiten spielt deshalb eine Abschätzung auf Grund berufliche Erfahrung und der Kenntnisse von vergleichbaren Tätigkeiten eine wesentliche Rolle.

Ziel der Beurteilung ist es, den Grad der Gefährdung zu ermitteln, der durch den biologischen Arbeitsstoff und durch Art, Ausmaß und Dauer der möglich Exposition bestimmt ist und auf dieser Grundlage die Tätigkeit einer Schutzstufe zuzuordnen. Erster Schritt hierfür ist die Feststellung ob es sich um gezielte oder nicht gezielte Tätigkeiten handelt. Bei gezielten Tätigkeiten ist dies einfach, da der Erreger mindestens der Spezies nach bekannt ist. Dessen Risikogruppe bestimmt die Schutzstufe. Bei nicht gezielten Tätigkeiten ist dies schwieriger. Hier muss der Arbeitgeber die tätigkeitsrelevanten biologischen Arbeitsstoffe anhand der Häufigkeit, der Wahrscheinlichkeit und des Ausmaßes ihres Auftretens ermitteln und unter Berücksichtigung von deren Einstufungen sowie der anderen vorliegenden Informationen (z.B. Art der Tätigkeit, mögliche Übertragungswege, zu erwartende Expositionssituation) die Gesamtgefährdung beurteilen, die zur Schutzstufenzuordnung führt. Dabei gilt der Grundsatz: Vergleichbare Gefährdungen von gezielten und nicht gezielten Tätigkeiten muss auch zu der gleichen Schutzstufenzuordnung führen.

Bei der Beurteilung muss bei nicht gezielten Tätigkeiten also nicht unbedingt der biologische Arbeitsstoff mit der höchsten Risikogruppe ausschlaggebend für die Schutzstufenzuordnung sein. Krankheitserreger der Risikogruppe 3, die z.B. in der Abfallwirtschaft sporadisch auftreten können, führen demnach nicht zwangsläufig zu der Zuordnung der entsprechenden Tätigkeiten in Schutzstufe 3.

Da diese Bewertung nicht immer einfach ist, kann es bei nicht gezielten Tätigkeiten auch dazu kommen, dass eine Schutzstufenzuordnung nicht möglich ist. In diesen Fällen sieht die Verordnung vor, dass die Gefährdung nach dem Stand der Technik - ggf. auch mittels Messungen und Analysen - zu ermitteln ist, um die erforderlichen Schutzmaßnahmen festlegen zu können.

Auch die Festlegung der Schutzmaßnahmen umfasst mehrere zu berücksichtigende Module. Als Mindestmaßnahmen für alle Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen sieht die Biostoffverordnung die Sicherheitsmaßnahmen der Schutzstufe 1 vor, die als TRBA 500 "Allgemeine Hygienemaßnahmen" im Bundesarbeitsblatt  bekanntgegeben wurde. Darüber hinaus enthalten die Anhänge II und III konkrete auf die jeweiligen Schutzstufen bezogene Sicherheitsmaßnahmen, die obligat oder fakultativ sein können. Der Arbeitgeber hat sich daraus die geeigneten Sicherheitsmaßnahmen so auszuwählen, dass eine Gefährdung der Beschäftigten so weit wie möglich verringert wird. Da die Anhänge nur auf Laboratorien (Anhang II) und biotechnologische Einrichtungen (Anhang III) ausgerichtet sind, haben sie sich allerdings als ungeeignet für den überwiegenden Teil der nicht gezielten Tätigkeiten gezeigt. Der Arbeitgeber muss deshalb bei nicht gezielten Tätigkeiten die Schutzmaßnahmen auf Grund eigener Erkenntnisse und mit Hilfe des bereits erwähnten Technischen Regelwerks oder anderer branchenspezifischer Hilfestellungen festlegen.

Aber auch für gezielte Tätigkeiten reichen die aufgeführten Sicherheitsmaßnahmen in der Regel nicht aus, um eine Gefährdung auszuschließen, zumal die Anhänge zu einem nicht unerheblichen Teil auf Umwelt- und Drittschutzaspekte fokussiert sind. Die Biostoffverordnung führt deshalb in § 10 weitere allgemeine Schutzmaßnahmen aus, die im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen sind. Dazu gehören z.B. die Substitutionprüfung, die Kennzeichnung von Arbeitsplätzen, Vorkehrungen gegen Unfälle und Betriebsstörungen, die Erstellung von Notfallplänen für Tätigkeiten der Schutzstufen 3 und 4, die Lagerung und Beseitigung sowie der innerbetriebliche Transport biologischer Arbeitsstoffe.

Schutzstufensystem

Die Schutzstufen korrespondieren mit den vier Risikogruppen, in der biologische Arbeitsstoffe entsprechend ihrem Infektionspotential eingestuft werden. Sie drücken den Grad der Gefährdung aus, der ein Beschäftigter bei einer Tätigkeit mit einem biologischen Arbeitsstoff der entsprechenden Risikogruppe ausgesetzt ist und umfassen die in den Anhängen II und III der Verordnung jeweils festgelegten oder empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen. Bei gezielten Tätigkeiten erleichtert dieses System die Gefährdungsbeurteilung und die Festlegung der Maßnahmen erheblich, da die Schutzstufe der jeweiligen Risikogruppe entspricht (bei mehreren verwendeten biologischen Arbeitsstoffen ist der Mikroorganismus der höchsten Risikogruppe bestimmend für die Schutzstufenzuordnung). Für nicht gezielte Tätigkeiten ist dieses System dagegen nicht so einfach umzusetzen, da hier bei der wechselnden Zusammensetzung und Konzentration der vorkommenden biologischen Arbeitsstoffe eine direkte Kopplung der Schutzstufe an die Risikogruppe der biologischen Arbeitsstoffe nur selten möglich ist.

Nach einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin kommen heutzutage in Deutschland täglich schätzungsweise 5 Millionen Beschäftigte aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit in direkten Kontakt mit biologischen Arbeitsstoffen, wobei die Tendenz steigend ist, bedingt durch innovative Anwendungsgebiete z.B. in der Bio-/Umwelttechnologie und neue Tätigkeitsbereiche z.B. in der Abfallbehandlung und -entsorgung.

Dabei sind die beruflichen Tätigkeiten, bei denen biologische Arbeitsstoffe eine Rolle spielen, genauso vielschichtig, wie das Spektrum der biologischen Arbeitsstoffe selber. Betroffen sind die Forschung, die biotech­nische Produktion und die Gesundheitsfürsorge. Aber auch in der Nahrungsmittelproduktion, der Landwirtschaft, der Abfall- und Abwasserwirtschaft und sogar im Baubereich muss mit dem Auftreten biologischer Arbeitsstoffe gerechnete werden.

Gezielte Tätigkeiten und nicht gezielte Tätigkeiten

Die Verordnung umfasst zwei völlig unterschiedliche Arten von Tätigkeiten. Zum einen sind dies Arbeiten, die direkt auf einen oder mehrere bekannte Mikroorganismen ausgerichtet sind und zum anderen solche, die bei denen biologische Arbeitsstoffe ungewollt und häufig als Mischexposition in wechselnder Zusammensetzung und Konzentration auftreten. Um dem gerecht zu werden differenziert die Biostoffverordnung zwischen gezielten und nicht gezielten Tätigkeiten. Gezielte Tätigkeiten liegen vor, wenn der biologische Arbeitsstoffe mindestens der Spezies nach bekannt ist, die Tätigkeiten auf einen oder mehrere biologische Arbeitsstoffe unmittelbar ausgerichtet sind und die Exposition der Beschäftigten im Normalbetrieb hinreichend bekannt oder abschätzbar ist. Wird mindestens eines dieser Kriterien nicht erfüllt, handelt es sich um nicht gezielte Tätigkeiten.

Gezielte Tätigkeiten kommen fast ausschließlich in der Forschung und der Biotechnologie vor; nicht gezielte insbesondere im Gesundheitsdienst sowie der  Abfall-, Abwasser- und Landwirtschaft.

In Fragen der biologischen Sicherheit wird das BMAS durch den "Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe" (ABAS) beraten, der bereits 1995 durch einen Ministererlass eingerichtet und seit in Kraft treten der Biostoffverordnung auch per Verordnung rechtlich verankert ist.

Der ABAS ist paritätisch mit Vertretern der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, des Vollzugs (Länder und Unfallversicherungsträger) und der Wissenschaft besetzt und hat in relativ kurzer Zeit für alle relevanten Tätigkeitsbereiche Technische Regeln - abgekürzt TRBA - erarbeitet. Als ein großer Fortschritt im Arbeitsschutz muss dabei die TRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" angesehen werden, die in Kooperation zwischen ABAS und der BGW erarbeitet wurde. In der TRBA werden neben den etablierten Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten erstmals Festlegungen für eine Verwendung sicherer Spritzensysteme im Gesundheitsdienst getroffen, um die steigende Zahl der Nadelstichverletzungen zu senken.

Dazu müssen bei  als besonders gefährdend identifizierten Tätigkeiten spitze, scharfe oder zerbrechliche Arbeitsgeräte durch solche geeigneten Arbeitsgeräte oder -verfahren ersetzt werden, bei denen keine oder eine geringere Gefahr von Stich- oder Schnittverletzungen besteht. Hierzu gehören insbesondere eigensichere Spritzensysteme. Dies sind Tätigkeiten an Patienten mit nachgewiesener Infektion durch Erreger der Risikogruppe 3** (z.B. in HIV-Schwerpunktpraxen), Tätigkeiten in Rettungsdiensten sowie die Behandlung fremdgefährdender Patienten. Die Einführung dieser Systeme wird derzeit durch ein vom BMAS finanziertes Projekt (Stopfnadelstich) modellhaft unterstützt.

Gleichzeitig hat der ABAS sich für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales als flexibles Beratungsorgan in brisanten, öffentlichkeitswirksamen Fragen der biologischen Sicherheit bewährt.

Informationen zum ABAS sind auf der Internetseite der BAuA erhältlich, auf der auch die aktuellen technischen Regeln zu finden sind.

Die Regelungen zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge wurden 2005 im Rahmen der Novelle zur Gefahrstoffverordnung neugefasst und mit Gefahrstoffverordnung und Gentechnik-Sicherheitsverordnung vereinheitlicht. Erstmalig wird dabei auf Verordnungsebene der Begriff der arbeitsmedizinischen Vorsorge durch Nennung der Inhalte und des Umfangs rechtsverbindlich definiert. Arbeitsmedizinische Vorsorge umfasst danach grundsätzlich alle arbeitsmedizinischen Aspekte der Prävention, wobei der Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung prüft, welche dieser Aspekte für die von ihm zu beurteilende Tätigkeit relevant sind. Dazu gehört die Entscheidung, ob ein Arbeitsmediziner bei der Gefährdungsbeurteilung zu beteiligen ist, genauso wie die Prüfung, ob eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung veranlasst oder angeboten werden muss. Ein weiterer Bestandteil ist die allgemeine arbeitsmedizinische Beratung, die - unabhängig von einer medizinischen Untersuchung - im Rahmen der Unterweisung zu erfolgen hat.

Grundlage für die Festlegung der Untersuchungsanlässe waren die Möglichkeit einer chronischen Schädigung durch einen bestimmten biologischen Arbeitsstoff und/oder Vorhandensein eines wirksamen Impfstoffes. Nicht berücksichtigt wurden dabei lediglich Tetanus und Diphterie, obwohl es wirksame Impfstoffe gibt. Hierfür empfiehlt die Ständige Impfkommission beim Robert-Koch-Institut generell Impfungen ohne Einschränkung auf Personen oder Altersgruppen, sodass hier eine besondere Regelung für Beschäftigte nicht erforderlich erschien.

Für die nach diesen Kriterien ausgewählten biologischen Arbeitsstoffe wurden bei gezielten Tätigkeiten im Anhang IV generell Pflichtuntersuchungen festgelegt bzw. die nicht gezielten Tätigkeiten und Expositionsbedingungen identifiziert und beschrieben, bei denen von einer - gegenüber der Normalbevölkerung erhöhten - Infektionsgefährdung ausgegangen werden muss. Tätigkeitsbereiche und Expositionsbedingungen werden ebenfalls im Anhang IV beschrieben und lösen Pflichtuntersuchungen aus. Unabhängig davon sind wegen der hohen Gefährdung auch für alle Tätigkeiten der Schutzstufe 4 Pflichtuntersuchungen vorgeschrieben.

Die Untersuchungsanlässe, die eine Vermeidung impfpräventabler Erkrankungen zum Ziel haben, spielen in dem System der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen eine Sonderrolle. In Deutschland gibt es keine Impfpflicht, sondern nur das Angebot von Impfungen. Um dieses Angebot zu stärken hat es im Rahmen einer Pflichtuntersuchung zu erfolgen. Der Beschäftigte muss also den Arzt aufsuchen, wenn er die gefährdende Tätigkeit weiter ausüben möchte. Der Arzt wird in der Regel anhand des Impfbuches den Impfstatus ermitteln, den Beschäftigten im Hinblick auf die Impfung beraten und das Impfangebot aussprechen. Die Untersuchung beschränkt sich demnach auf die ärztlichen Tätigkeiten, die im unmittelbarem Zusammenhang mit dem Impfangebot stehen. Dem Beschäftigten steht es frei, sich impfen zu lassen oder nicht, ohne dass dies Konsequenzen für ihn mit sich bringt. Besteht eine lebenslange Immunität, entfällt für den Beschäftigten zukünftig auch die Pflichtuntersuchung.

Bei sonstigen Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe 3 sieht die Verordnung Angebotsuntersuchungen vor. Gleiches gilt auch für Tätigkeiten der Schutzstufe 2, wenn nicht aufgrund der getroffenen Schutzmaßnahmen eine Gefährdung ausgeschlossen werden kann.

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