Berufsbildung ohne Grenzen - Mobilitätsberatung für Auszubildende startet
Die deutsche Wirtschaft will mit Unterstützung der Bundesregierung Auszubildende verstärkt ins Ausland schicken. Mit einer Fachkonferenz im Bundesministerium für Arbeit und Soziales startet das bundesweite Programm zur Beratung von Auszubildenden bei Auslandsaufenthalten.
Detlef Scheele, Staatssekretär im gastgebenden Bundesministerium, Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), und Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) gaben den Startschuss.
"Die Qualität der Ausbildung muss gerade auch in diesen Krisenzeiten verbessert werden, um Wettbewerbsvorteile gewinnen zu können. Dazu können Auslandsaufenthalte von Jugendlichen einen wichtigen Beitrag leisten" sagte Staatssekretär Scheele. "Will Deutschland Exportweltmeister bleiben, brauchen gerade kleine und mittlere Unternehmen mehr Auszubildende mit Auslandserfahrung", betont DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Derzeit absolvieren nur etwa zwei Prozent der Jugendlichen einen Teil ihrer Berufsausbildung oder ein Praktikum im Ausland. Gleichzeitig orientieren sich aber immer mehr Unternehmen auf internationale Märkte oder kooperieren mit weltweit aufgestellten Firmen. Das passt nicht zusammen," so Wansleben. Das Mobilitätsberater-Projekt werde dazu beitragen, dass deutlich mehr Auszubildende Fremdsprachenkenntnisse, interkulturelle Kompetenzen und auslandsbezogenes Fachwissen erwerben.
Schleyer betonte, dass es auch im Handwerk wachsenden Bedarf an Fachkräften mit internationalem Know-how gibt. "Um dem zu entsprechen, müssen wir eine neue Mobilitätskultur im Rahmen der Aus- und Weiterbildung entwickeln", sagte er. In diesem Punkt stehe das Handwerk noch am Anfang. "Das liegt nicht zuletzt auch an einem Defizit an entsprechenden Beratungs- und Unterstützungsstrukturen", so Schleyer. Er begrüßte daher ausdrücklich, dass diese Beratungslücke mit dem Mobilitätsberaterprogramm nun geschlossen werde. Staatssekretär Scheele zeigte sich zuversichtlich, dass durch dieses Programm die Zahl der Auslandsaufenthalte von Jugendlichen in den kommenden Jahren verdoppelt werden kann.
Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat gemeinsam mit dem DIHK und dem ZDH das Programm zur Unterstützung von Auslandsaufenthalten für Auszubildende und Berufsanfänger ins Leben gerufen. Für 16 Millionen Euro wird in den kommenden Monaten eine bundesweite Beratungsstruktur für Unternehmen aufgebaut. Ein Netzwerk von 40 Mobilitätsberatern in den Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern betreut dann die Betriebe vor Ort, um Auszubildenden und Berufsanfängern in größerem Umfang als bisher berufliche Erfahrungen im Ausland zu ermöglichen. Neben der Beratung und Motivation der Unternehmen und Auszubildenden gehört auch die Information über Förderprogramme oder die Unterstützung bei der Organisation der Auslandsaufenthalte zu den Aufgaben. Das Programm wird finanziert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Die Kammern beteiligen sich mit 20 Prozent an den Kosten.
Impressionen vom Auftakt für das bundesweite Programm zur Beratung von Auszubildenden bei Auslandsaufenthalten:
Hanns-Eberhard Schleyer Generalsekretär ZDH, Detlef Scheele, Staatssekretär BMAS und Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer DIHK (v.l.n.r.)
Detlef Scheele, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachkonferenz für das bundesweite Programm zur Beratung von Auszubildenden bei Auslandsaufenthalten
Hanns-Eberhard Schleyer, Detlef Scheele und Martin Wansleben gaben den Startschuss für das bundesweite Programm zur Beratung von Auszubildenden bei Auslandsaufenthalten
