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Twinning in der Arbeits- und Sozialpolitik (Verwaltungspartnerschaften)

14. März 2017

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"Twinning" ist ein von der EU finanziertes Instrument, das die Zusammenarbeit zwischen Behörden der EU-Mitgliedstaaten und öffentlichen Verwaltungen in Beitrittsländern zur EU fördern soll. Ziel eines Twinning-Projekts ist es, EU-Kandidatenländer und potenzielle Kandidaten der EU bei der Übernahme des gemeinschaftlichen EU-Rechts ("acquis communautaire") und dem Aufbau der dazu notwendigen Verwaltungskapazitäten ("institution building") zu unterstützen. Auch für bestimmte Nachbarstaaten ist das Twinning-Programm zugänglich. Bei dieser Zusammenarbeit steht die Annäherung an EU-Recht sowie an EU-Standards im Mittelpunkt.

Für (potenzielle) Kandidatenländer steht das EU-Annäherungs-Programm IPA ("Instrument for Pre-Accession") zur Verfügung, für Nachbarschaftsstaaten das "European Neighbourhood Policy Instrument" (ENPI). In beiden Programmen geben Expertinnen und Experten aus den verschiedenen Bereichen der Verwaltungen in EU-Mitgliedstaaten ihr Wissen und ihre Erfahrungen in der Umsetzung des EU-Rechts an Kolleginnen und Kollegen im jeweiligen Partnerland weiter.

"Rückgrat" des Projekts ist ein/e Langzeitberater/in ("Resident Twinning Adviser" = RTA) aus dem federführenden EU-Mitgliedsstaat. Diese/r RTA arbeitet meist ein bis zwei Jahre, d.h. für die gesamte Projektdauer, in der ausländischen Partnerbehörde und berät die dortigen Kolleginnen und Kollegen bei der Umsetzung konkreter Projektziele. Unterstützt wird der/die RTA von zwei Projektleitern, eine/r im Auftrag des federführenden EU-Mitgliedsstaats, eine/r im Auftrag des Partnerlandes.

Das IPA-Programm zur Beitrittsvorbereitung bezieht die sog. Kandidatenländer (d.h. Albanien, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei) und die sog. potenziellen Kandidatenländer des Westbalkans, d.h. Bosnien-Herzegowina und Kosovo, ein.

Im Rahmen der EU-Nachbarschaftspolitik (ENP) ist das Twinning-Programm darüber hinaus auch für Staaten zugänglich, die keine Beitrittskandidaten sind, aber von der Annäherung an die EU bzw. von Twinning als einem flexiblen und nachfrageorientierten Instrument für den Verwaltungsaufbau profitieren können und eine gerechte soziale und wirtschaftliche Entwicklung fördern wollen. Die Inhalte werden an den ENP-Aktionsplänen ausgerichtet. Die Empfängerländer werden in zwei Regionen unterteilt:

a) südliches Mittelmeer (Ägypten, Algerien, Israel, Jordanien, Libanon, Marokko, Tunesien),

b) die neuen unabhängigen Staaten (Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Moldawien, Ukraine).

Die Projekte des BMAS betreffen im Wesentlichen den Arbeitsschutz, Koordinierung der Systeme der Sozialen Sicherheit in der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz; die Förderung der Freizügigkeit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in der EU, die Entwicklung von Beschäftigungs- und Sozialpolitik, die Modernisierung der Arbeitsverwaltungen, die Europäische Beschäftigungsstrategie, den Sozialen Dialog, Fragen der sozialen Integration sowie den Europäischen Sozialfonds. Koordiniert wird das Twinning in Deutschland vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffentlicher Verwaltungen können in den Projekten als Projektleiter, Langzeitberater und Kurzzeitexperten eingesetzt werden. Bei Interesse wenden Sie sich gern an:

Referat VI b 1 Internationale Beschäftigungs- und Sozialpolitik, Twinning
Wilhelmstraße 49
10117 Berlin
Tel.: 030 18 527 1284

Weitere Informationen über Twinning sind zu finden auf der Website des sogenannten National Contact Point im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und bei der Europäischen Kommission.

Twin­ning

Die Europäische Kommission informiert auf ihrer Website über das Twinning-Instrument.