Navigation und Service

Sie sind hier:

Deutsche G20 Präsidentschaft 2017: Ergebnisse des Treffens der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister

19. Januar 2018

Logo G20 Germany 2017. Labour and employment ministers meeting.

Ergebnisse des Treffens der G20 Arbeits- und Beschäftigungsminister

Vom 1. Dezember 2016 bis 30. November 2017 hatte Deutschland die G20-Präsidentschaft inne. Am 1. Dezember 2017 hat Argentinien die G20-Präsidentschaft übernommen.

Im Rahmen der Präsidentschaft kommen nicht nur die Staats- und Regierungschefs der G20 zusammen, sondern es finden auch Treffen von Fachministern statt. So fand das Treffen der Arbeits- und Beschäftigungsminister am 18. und 19. Mai 2017 auf Einladung von Bundesarbeitsministerin a.D. Andrea Nahles in Bad Neuenahr statt. Neben den Arbeitsministern trafen sich 2017 auch die Außenminister, die Agrarminister, die Digitalminister, die Finanzminister und die Gesundheitsminister.

Gemeinsame Erklärung zu beschäftigungspolitischen Fragen

Das Treffen der G20 Arbeits- und Beschäftigungsminister stand unter dem Motto "Für eine faire und soziale Zukunft – die Arbeitswelt von morgen gestalten". Bei dem hochkarätig besetzten Treffen verständigten sich die Ministerinnen und Minister in einer gemeinsamen Erklärung auf gemeinsame Positionen zu zentralen beschäftigungspolitischen Fragen rund um die Themen Zukunft der Arbeit, Qualität von Frauenerwerbstätigkeit, Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen sowie nachhaltige globale Lieferketten.

Gruppenbild G20-Arbeitsministerinnen und -minister.
Quelle:  Lein / BMAS

1. Zukunft der Arbeit

Dem BMAS ist es gelungen, zentrale Themen aus dem nationalen Dialogprozesses "Arbeiten 4.0" in den Kreis der G20 zu tragen. Die G20 sind sich einig: Im Mittelpunkt müssen Maßnahmen stehen, die Erwerbstätigen das geeignete Rüstzeug für die Zukunft der Arbeit zur Verfügung stellen. Dazu gehören die systematische Stärkung von Weiterbildung und lebenslangem Lernen, die soziale Absicherung von neuen Formen der Arbeit und eine Gestaltung von Arbeitsbedingungen und Arbeitszeit, die den Bedürfnissen von Arbeitnehmern und Unternehmen gleichermaßen gerecht wird. Auch künftig werden sich die hierzu intensiv austauschen.

2. Qualität von Frauenerwerbstätigkeit

Die G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister haben eine ganze Reihe von politischen Empfehlungen verabschiedet, um die Job-Qualität für Frauen zu verbessern. So werden sie in ihren Ländern zum Beispiel das Problem des Lohngefälles zwischen Männern und Frauen, den so genannten Gender Pay Gap, künftig noch entschiedener angehen, unter anderem durch Regelungen für mehr Lohntransparenz oder für einen höheren Anteil von Frauen in Managementpositionen. Außerdem soll der Frauen-Anteil im Niedriglohnbereich, im informellen Sektor und in unfreiwilliger Teilzeit in den G20 Ländern gesenkt werden. Auch Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind weiterhin notwendig.

Die Infografik beschreibt die vier Themen des G20 Treffens der Arbeitsminister:

  • Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten
  • Förderung nachhaltiger Lieferketten
  • Verbesserung der Qualität von Frauenerwerbstätigkeit
  • Gestaltung der Zukunft der Arbeit

3. Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten

Die Wanderungsbewegungen von Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen sind für die G20-Länder eine der größten Herausforderungen dieser Zeit. Die G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister sind gemeinsam der Auffassung, dass die Integration von Migrantinnen, Migranten und Flüchtlingen in Arbeit wirtschaftliches Wachstum fördern und den sozialen Zusammenhalt in ihren Ländern stärken kann. Dem Anhang der Abschlusserklärung ist deswegen ein gemeinsam erarbeiteter Leitfaden von guten Praxisbeispielen für die Arbeitsmarktintegration beigefügt, der den jeweiligen Ländern als Handreichung dienen und ganz konkret genutzt werden kann. Hier gehen auch viele Erfahrungen ein, die in den vergangenen Monaten in Deutschland gesammelt wurden, beispielsweise zum schnellen Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge und zum Erwerb von sprachlichen und beruflichen Qualifikationen.

4. Förderung nachhaltiger globaler Lieferketten

Mit ihrem Bekenntnis zu nachhaltigen globalen Lieferketten setzen sich G20 Arbeits- und Beschäftigungsminister für gute Arbeitsbedingungen und faire Löhne in globalen Lieferketten ein und betonen die gemeinsame Verantwortung von Unternehmen und Regierungen. Die G20 begrüßt den unter deutscher G7-Präsidentschaft 2015 initiierten "Vision Zero Fonds" zur Verbesserung des Arbeitsschutzes in ärmeren Produktionsländern. Um die Arbeit des Fonds zu stärken, wird das BMAS die Finanzierung des Fonds um weitere zwei Millionen erweitern.

Zusätzlich zu den vier Schwerpunkten spielte das Thema "Förderung von Jugendbeschäftigung" eine wichtige Rolle. Kennzeichnend für die deutsche G20- Präsidentschaft ist darüber hinaus die besonders enge Einbindung von Zivilgesellschaft und Sozialpartnern in den Diskussionsprozess. So waren Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden intensiv in die Vorbereitungen für das Treffen der Arbeits- und Beschäftigungsminister eingebunden und haben an allen inhaltlichen Sitzungen der Ministerinnen und Minister teilgenommen.

Für eine faire und soziale Zukunft – die Arbeitswelt von morgen gestalten": Erklärung der G20 Arbeits- und Beschäftigungsminister 2017 (PDF, 4,34 MB)

Wer sind die G20?

Der G20 gehören 19 Staaten sowie die EU an. Die Länder sind: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA.

Die 19 führenden Industrie- und Schwellenländer und die EU stehen für fast zwei Drittel der Weltbevölkerung, über vier Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts und drei Viertel des Welthandels. Die G20 ist deswegen das zentrale Forum zur internationalen Zusammenarbeit in Finanz- und Wirtschaftsfragen.

Eine vernetzte Welt gestalten

Das Programm der G20-Präsidentschaft 2017 wurde entsprechend an drei inhaltlichen Säulen ausgerichtet:

  1. Stabilität sicherstellen
  2. Zukunftsfähigkeit verbessern
  3. Verantwortung übernehmen

Mehr denn je wird eine gemeinsam handelnde Weltgemeinschaft gebraucht, um den akuten globalen Herausforderungen zu begegnen: geopolitische Konflikte, Terrorismus, Hunger-, Natur-, Klima- und Gesundheitskatastrophen, Migrations- und Fluchtbewegungen oder soziale Ungleichheit. Dies alles gefährdet die Lebensgrundlage vor allem für Menschen in ärmeren Ländern. Auch in wohlhabenderen Ländern nehmen Verunsicherung und Sorge zu, was nicht selten Nährboden für populistische Bewegungen ist.

Die G20 sind deswegen gefordert, sich dieser Herausforderungen durch eine vorausschauende Zusammenarbeit anzunehmen und gemeinsam wirtschaftliche, soziale und politische Antworten zu finden. Die internationale Zusammenarbeit bietet die Chance, die wachsende globale Vernetzung zum Nutzen aller zu gestalten, die Vorteile der Globalisierung zu verstärken und zu einer gerechteren Verteilung ihrer Gewinne beizutragen. "Eine vernetzte Welt gestalten" ist deswegen das offizielle Motto der deutschen G20-Präsidentschaft.

Deutschland will die Rolle der G20 als Verantwortungsgemeinschaft stärken und setzt sich für ein starkes, nachhaltiges, ausgewogenes und inklusives Wachstum ein. Leitbild sind unter anderem die Zielsetzungen der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sowie das Pariser Klimaschutzabkommen.

Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs fand am 7. und 8. Juli 2017 in Hamburg statt. Davor trafen sie sich in St. Petersburg (2013), Brisbane (2014), Antalya (2015) und Hangzhou (2016).

An den G20-Gipfeln nehmen auf Einladung der Präsidentschaft regelmäßig folgende internationale Organisationen teil: Internationaler Währungsfonds (IWF), Weltbank (WB), Finanzstabilitätsrat (FSB), Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Welthandelsorganisation (WTO), Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und Vereinte Nationen (UN). Darüber hinaus kann die Präsidentschaft weitere Staaten und Regionalorganisationen einladen. An den Treffen der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 waren neben den G20-Mitgliedern als Gastländer Spanien, Singapur, die Niederlande und Norwegen sowie die folgenden Regionalorganisationen eingeladen: Der Vorsitz der Afrikanischen Union (AU), der Vorsitz der Neuen Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) sowie der Vorsitz der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC).

Im Rahmen der deutschen G20-Präsidentschaft fand zudem ein umfassender Dialog mit den Sozialpartnern, also Arbeitgebern (Business20) und Gewerkschaften (Labour20), statt. Einbezogen waren auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Nichtregierungsorganisationen (Civil20), Wissenschaft (Science20), Think Tanks (Think20), Frauenverbände (Women20) und Jugendorganisationen (Youth20).

Der nächste G20-Gipfel findet am 30. November und 1. Dezember 2018 unter argentinischer G20-Präsidentschaft in Buenos Aires statt.

Für ei­ne fai­re und so­zia­le Zu­kunft - die Ar­beits­welt von mor­gen ge­stal­ten

Erfahren Sie hier mehr über die Themen des BMAS im Rahmen der deutschen G20 Präsidentschaft 2017.

In­klu­si­ves Wachs­tum för­dern: Ver­pflich­tung der G20

Wirtschaftswachstum soll allen Menschen zugutekommen: Die Überwindung sozialer Ungleichheiten und die Bekämpfung von Armut sind zentrale Ziele der G20.

www.g20germany.de

Die offizielle Website der Bundesregierung zur deutschen G20 Präsidentschaft 2017.