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Informationen zum EGF

15. April 2016

Flaggen von Deutschland und der Europäischen Union
Quelle:  iStock

Europäischer Fonds für die Anpassung an die Globalisierung

Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) wurde Anfang 2007 als ein beschäftigungspolitisches Instrument der Europäischen Union geschaffen und wird seit 2014 in seiner zweiten EU-Förderperiode (2014 - 2020) fortgeführt. In der Förderperiode 2014-2020 stehen EU-weit jährlich bis zu 150 Mio. EUR für EGF-Projekte zur Verfügung. Mit den Mitteln des Fonds können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Selbständige unterstützt werden, die im Rahmen von größeren Entlassungsereignissen (mindestens 500 Entlassungen) und infolge von negativen Globalisierungseffekten oder aufgrund globaler Finanz- und Wirtschaftskrisen arbeitslos geworden sind bzw. ihre Tätigkeit aufgegeben haben. EGF-Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten zusätzliche Angebote aktiver Arbeitsmarktpolitik, wie z.B. Fortbildungen oder Coachings. Ziel der Maßnahmen ist es, die Menschen bei der Suche und Aufnahme einer neuen Beschäftigung am Arbeitsmarkt zu unterstützen und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu steigern.

Falls bei dem oder den Unternehmen auch Leiharbeiter ihre Stelle verlieren, können diese auch gefördert werden. Voraussetzung ist, dass infolge der Entlassung beim entleihenden Unternehmen auch das Arbeitsverhältnis mit der Leiharbeitsfirma beendet wird.

Zwei internationale Containerschiffe fahren aneinander vorbei.

Warum wurde er geschaffen?

Die zunehmende Globalisierung und verstärkter Freihandel führen zu verschärftem Wettbewerb auf den Weltmärkten. Dies hat durchaus positive Auswirkungen auf das Leben der Menschen in der EU. Dazu gehören eine erhöhte Produktvielfalt und fallende Preise für Verbraucher, neue Absatzmärkte sowie Expansionsmöglichkeiten für Unternehmen aus der EU und damit verbunden auch Arbeitsplatzsicherheit für die Beschäftigen und zusätzliche Arbeitsplätze. Zugleich drohen jedoch Arbeitsplatzverluste in den weniger wettbewerbsfähigen Branchen.

Um die EU-Mitgliedstaaten bei der Bewältigung von Strukturkrisen zu unterstützen, kann der EGF den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sowie Selbständigen zu Hilfe kommen, deren Arbeitsplätze durch die Globalisierung weggefallen sind. Seit Januar 2014 kann der EGF in Regionen mit einer sehr hohen Jugendarbeitslosigkeit auch Jugendliche ohne Beschäftigung unterstützen. Aufgrund der relativ niedrigen Jugenderwerbslosigkeit gilt dies aber nicht für Deutschland.

Ein Ausbilder erklärt Auszubildenden in einer Fabrikhalle ein technisches Gerät.
Quelle:  Colourbox

Wie hilft der EGF?

Die Hilfsmaßnahmen richten sich nach den individuellen Bedarfslagen, so dass den Betroffenen ein möglichst passgenaues und effektives Unterstützungsangebot unterbreitet werden kann. Dies sind Maßnahmen wie beispielsweise

  • Unterstützung bei der Arbeitssuche,
  • Coachings, Workshops und spezielle Bewerbungsunterstützung,
  • Weiterbildungen und Qualifizierungen sowie
  • Förderung von Existenzgründungen.

Die Förderdauer kann bis zu 24 Monate ab Antragstellung betragen. Aus dem EGF wird aktuell ein Zuschuss in Höhe von bis zu 60% der Gesamtprojektkosten gewährt. Die übrigen Mittel werden im Wege der nationalen Kofinanzierung durch die Bundesregierung zur Verfügung gestellt.

Ein Arbeiter auf einem Industriegelände.

Wie wird der EGF umgesetzt?

Um finanzielle Mittel aus dem EGF zu erhalten, reicht das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) als EGF-Verwaltungsbehörde einen Antrag bei der Kommission der Europäischen Union (EU-Kommission) ein. Zuvor prüft das BMAS gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und den Sozialpartnern der betroffenen Unternehmen, ob eine Massenentlassung die Kriterien erfüllt, die eine Förderung mit EGF-Mitteln erfordert (z.B. Globalisierungsbezug). Über die Bewilligung eines Antrags entscheidet die EU-Haushaltsbehörde (EU-Kommission, Rat, Europäisches Parlament). Deutschland hat seit Einführung des EGF neun Anträge mit einem EGF-Gesamtfördervolumen von rund 53 Millionen Euro zur Förderung von knapp 14.000 Betroffenen erfolgreich gestellt (Stand Mai 2016).

Logos de Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Europäischen Globalisierungsfonds und der Europäischen Union

Die konkrete Umsetzung der Förderung knüpft in Deutschland an bestehende Strukturen an. Hierzu gehört die Bundesagentur für Arbeit. Zusätzlich wird regelmäßig auf Transferdienstleister zurückgegriffen; diese fungieren auch als Ansprechpartner für die von Entlassung Betroffenen vor Ort.