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Kriegsopferfürsorge

19. Dezember 2017

Die Kriegsopferfürsorge ergänzt die Versorgungsleistungen (z.B. Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung oder die Rentenzahlungen) der Sozialen Entschädigung durch besondere Hilfen im Einzelfall.

Eine ältere Frau greift sich an den Mund und lächelt.

Die Kriegsopferfürsorge ergänzt die Versorgungsleistungen (z.B. Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung oder die Rentenzahlungen) der Sozialen Entschädigung durch besondere Hilfen im Einzelfall.

Der Name Kriegsopferfürsorge verweist auf die noch immer größte Gruppe der Leistungsberechtigten im Sozialen Entschädigungsrecht: die Kriegsbeschädigten und ihre Hinterbliebenen. Fürsorgeleistungen können aber ebenso all diejenigen erhalten, deren Anspruch auf Versorgung von der Versorgungsbehörde anerkannt wurde. Hierzu zählen die Opfer von Gewalttaten, Wehrdienstbeschädigte, Zivildienstbeschädigte, Opfer staatlichen Unrechts in der DDR und Impfgeschädigte sowie jeweils deren Hinterbliebene.

Die Kriegsopferfürsorge wird grundsätzlich auf vorherigen Antrag von den Fürsorge- und Hauptfürsorgestellen erbracht. Eine Liste der Hauptfürsorgestellen kann zum einen der Broschüre zur Kriegsopferfürsorge entnommen werden. Zum anderen können Sie diese auf der Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) einsehen. Eine Besonderheit gilt für Soldatinnen und Soldaten, die eine Wehrdienstbeschädigung erlitten haben. Für diese Personen ist seit 1. Januar 2016 ausschließlich das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw), Wilhelm-Raabe-Straße 46 in 40470 Düsseldorf unter der Hotline: 0800 7241428, zuständig.

Die Leistungen der Kriegsopferfürsorge sind abhängig vom Einkommen und Vermögen, soweit der Bedarf nicht ausschließlich schädigungsbedingt ist.

Die wichtigsten Leistungen werden nun kurz vorgestellt:

Hilfen in besonderen Lebenslagen sollen die Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gemeinschaft sowie eine möglichst selbstständige Lebensführung erleichtern oder ermöglichen. Es kommen als Leistungen insbesondere die Betreuung in einer Einrichtung oder Werkstatt für Menschen mit Behinderung und die Kraftfahrtzeughilfen in Betracht. Zum 31. Dezember 2014 erhielten 13.108 Menschen laufende Leistungen. Einmalige Leistungen wurden im Jahr 2014 in insgesamt 2.726 Fällen gewährt. Die Empfängerinnen und Empfänger von Hilfen in besonderen Lebenslagen stellen damit den größten Kreis der Anspruchsberechtigten in der Kriegsopferfürsorge dar.

Hilfe zur Pflege ergänzt die vorrangigen Pflegeleistungen der gesetzlichen Pflegekassen, der privaten Pflegeversicherungen oder der Beihilfestellen. Dabei ist die Entscheidung einer gesetzlichen Pflegekasse über den Pflegegrad auch in der Kriegsopferfürsorge verbindlich. Zum 31. Dezember 2014 erhielten 9.756 Personen laufende Hilfe zur Pflege, einmalige Leistungen wurden im Jahr 2014 in insgesamt 588 Fällen bewilligt.

Die ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt soll den notwendigen und angemessenen Bedarf des täglichen Lebens sicherstellen. Zu dem notwendigen Bedarf zählen z. B. Lebenshaltungs-, Unterkunfts- oder Heizkosten. Hier wird jedoch geprüft, ob nicht bereits die übrigen Versorgungsleistungen, wie beispielsweise die Rentenzahlungen, oder das einzusetzende sonstige Einkommen und Vermögen der Anspruchsberechtigten den Lebensunterhalt sicherstellen. Zum 31. Dezember 2014 erhielten 3.918 Menschen laufende Leistungen der ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt, z. B. für Kosten der Unterkunft. Einmalige Leistungen, z. B. für Umzugs- oder Renovierungskosten, wurden im Jahr 2014 in insgesamt 684 Fällen gewährt.

Weitere Informationen zu den einzelnen Leistungen können der Broschüre zur Kriegsopferfürsorge entnommen werden. Bei Interesse an zusätzlichen Informationen über die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger der Kriegsopferfürsorge und der entsprechenden Ausgaben können diese Angaben in der Statistik der Kriegsopferfürsorge eingesehen werden. Dieser Bericht wird alle zwei Jahre vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

Kriegs­op­fer­für­sor­ge (Bro­schü­re)

Die Kriegsopferfürsorge ist Teil des sozialen Entschädigungsrechts. Sie wird im Hinblick auf die größte Gruppe der Leistungsberechtigten so genannt, umfasst aber alle Fürsorgeleistungen im sozialen Entschädigungsrecht.