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Kriegsopferfürsorge

17. Januar 2012

Die Kriegsopferfürsorge ergänzt die Versorgungsleistungen (z.B. Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung oder die Rentenzahlungen) der Sozialen Entschädigung durch besondere Hilfen im Einzelfall.

Eine ältere Frau greift sich an den Mund und lächelt.

Die Kriegsopferfürsorge ergänzt die Versorgungsleistungen (z.B. Leistungen der Heil- und Krankenbehandlung oder die Rentenzahlungen) der Sozialen Entschädigung durch besondere Hilfen im Einzelfall.

Der Name Kriegsopferfürsorge verweist auf die noch immer größte Gruppe der Leistungsberechtigten im Sozialen Entschädigungsrecht: die Kriegsbeschädigten und ihre Hinterbliebenen. Fürsorgeleistungen können aber ebenso all diejenigen erhalten, deren Anspruch auf Versorgung von der Versorgungsbehörde anerkannt wurde. Hierzu zählen die Opfer von Gewalttaten, Wehrdienstbeschädigte, Zivildienstbeschädigte, Opfer staatlichen Unrechts in der DDR und Impfgeschädigte sowie jeweils deren Hinterbliebene.

Die Kriegsopferfürsorge wird grundsätzlich auf vorherigen Antrag von den Fürsorge- und Hauptfürsorgestellen erbracht. Eine Liste der Hauptfürsorgestellen kann der Broschüre zur Kriegsopferfürsorge entnommen werden. Auf der Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) können Sie eine aktuelle Liste der Hauptfürsorgestellen einsehen.

Die Leistungen der Kriegopferfüsorge sind abhängig vom Einkommen und Vermögen, soweit der Bedarf nicht ausschließlich schädigungsbedingt ist.

Die wichtigsten Leistungen werden nun kurz vorgestellt:

Hilfen in besonderen Lebenslagen sollen die Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gemeinschaft sowie eine möglichst selbstständige Lebensführung erleichtern oder ermöglichen. Es kommen als Leistungen insbesondere die Betreuung in einer Einrichtung oder Werkstatt für Menschen mit Behinderung und die Kraftfahrtzeughilfen in Betracht. Zum 31. Dezember 2010 erhielten 19.025 Menschen laufende und 3.397 Menschen einmalige Hilfen in besonderen Lebenslagen und stellen damit den umfangreichsten Kreis der Anspruchsberechtigten in der Kriegsopferfürsorge dar.

Hilfe zur Pflege ergänzt die vorrangigen Pflegeleistungen der gesetzlichen Pflegekassen, der privaten Pflegeversicherungen oder der Beihilfestellen. Dabei ist die Entscheidung einer gesetzlichen Pflegekasse über die Pflegestufe auch in der Kriegsopferfürsorge verbindlich. Zum 31. Dezember 2010 erhielten 15.277 Personen laufende und 870 Personen einmalige Hilfe zur Pflege.

Die ergänzende Hilfe zum Lebensunterhalt soll den notwendigen und angemessenen Bedarf des täglichen Lebens sicherstellen. Zu dem notwendigen Bedarf zählen z.B. Lebenshaltungs-, Unterkunfts- oder Heizkosten. Hier wird jedoch geprüft, ob nicht bereits die übrigen Versorgungsleistungen, wie beispielsweise die Rentenzahlungen, oder das einzusetzende sonstige Einkommen und Vermögen der Anspruchsberechtigten den Lebensunterhalt sicherstellen. Zum 31. Dezember 2010  erhielten 4.583 Menschen laufende Leistungen, z.B. für Kosten der Unterkunft, und 1.048 Menschen einmalige Leistungen, z.B. Umzugs- oder Renovierungskosten, der ergänzenden Hilfe zum Lebensunterhalt.

Weitere Informationen zu den einzelnen Leistungen können der Broschüre zur Kriegsopferfürsorge entnommen werden. Bei Interesse an zusätzlichen Informationen über die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger der Kriegsopferfürsorge und der entsprechenden Ausgaben können diese Angaben in der Statistik der Kriegsopferfürsorge eingesehen werden. Dieser Bericht wird alle zwei Jahre vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.

Kriegs­op­fer­für­sor­ge (Bro­schü­re)

Die Kriegsopferfürsorge ist Teil des sozialen Entschädigungsrechts. Sie wird im Hinblick auf die größte Gruppe der Leistungsberechtigten so genannt, umfasst aber alle Fürsorgeleistungen im sozialen Entschädigungsrecht.