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Rentenlexikon

Das Rentenlexikon erläutert die wichtigsten Fachbegriffe aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der zusätzlichen Altersvorsorge.

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  • Die Regelaltersgrenze ist die Altersgrenze, ab der eine Regelaltersrente bezogen werden kann. Sie wird für die Jahrgänge 1947 und jünger seit 2012 von 65 auf 67 Jahre angehoben.

    Siehe auch: Altersgrenze

  • Pflichtversicherte Selbstständige können unabhängig von ihrem Arbeitseinkommen grundsätzlich einen Regelbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Dieser Beitrag errechnet sich aus einem fiktiven Einkommen in Höhe der Bezugsgröße. Im Jahr 2018 beträgt der Regelbeitrag monatlich 566,37 Euro (West) beziehungsweise 501,27 Euro (Ost). Im Jahr des Beginns der selbstständigen Tätigkeit und in den drei folgenden Kalenderjahren können Selbstständige ebenfalls unabhängig vom tatsächlichen Einkommen nur den halben Regelbeitrag (283,19 Euro [West] beziehungsweise 250,64 Euro [Ost]) im Monat zahlen, wenn sie nicht auch für diese Zeit die Zahlung des Regelbeitrags beantragen.

    Die Bezugsgröße (Ost) wird beginnend ab 2019 - ebenso wie die anderen besonderen Berechnungsgrößen für die neuen Bundesländer - schrittweise auf den Westwert angehoben, bis sie am 1. Januar 2025 100 Prozent des jeweiligen Westwerts erreicht.

  • Die Träger der Rentenversicherung erbringen für die bei ihnen Versicherten und deren Kinder Leistungen zur Prävention, zur medizinischen Rehabilitation, zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie Leistungen zur Nachsorge, um deren Erwerbsfähigkeit zu sichern bzw. wiederherzustellen. Während der Durchführung dieser Leistungen werden unterhaltssichernde und andere ergänzende Leistungen wie Haushaltshilfen oder Reisekosten vom zuständigen Träger der Rentenversicherung übernommen.

  • Die gesetzliche Rentenversicherung bietet neben der Sicherung im Alter finanzielle Unterstützung bei Risiken wie Erwerbsminderung, Tod des Ehepartners oder Tod der Eltern. Außerdem werden Kuren, berufsfördernde Rehabilitationsmaßnahmen sowie für Rentnerinnen und Rentner der Arbeitgeberanteil zur Krankenversicherung geleistet. Dies deckt eine private Versicherung nicht automatisch ab. Werden diese Unterschiede im Leistungsspektrum nicht berücksichtigt, führt dies stets zu einer Verzerrung des Renditevergleichs zu Lasten der gesetzlichen Rentenversicherung.

  • Alle Renten werden - wie auch die übrigen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung - ausschließlich auf Antrag geleistet. Die Anträge sind beim zuständigen Leistungsträger zu stellen. Sie können auch bei allen anderen Leistungsträgern, bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung oder bei einem Versichertenältesten aufgenommen werden. Ein Antrag kann darüber hinaus bei dem für den Wohnsitz zuständigen Versicherungsamt oder bei den Gemeindebehörden (Ortsbehörden) gestellt werden. All diese Stellen halten die erforderlichen Formulare bereit. Von der rechtzeitigen Antragstellung hängt der Beginn der Rente ab. Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Erziehungsrenten, auf die bis zur Vollendung der Regelaltersgrenze ein Anspruch besteht, werden ohne dass dies beantragt werden muss anschließend in eine Regelaltersrente umgewandelt. Ebenso wird - von Amts wegen - eine kleine Witwen-/Witwerrente nach Vollendung des 45. Lebensjahres (bei Todesfällen ab 2012 wird die Altersgrenze stufenweise auf das 47. Lebensjahr angehoben) als große Witwen-/Witwerrente gezahlt.

  • Die Entscheidung über eine beantragte Rente wird dem Antragsteller in Form eines Bescheides mitgeteilt. Bei der Bewilligung einer Rente werden mit dem Rentenbescheid Rentenanspruch, Anspruchsart, Anspruchsdauer und Rentenhöhe festgestellt. Der oder die Versicherte kann gegen die mit dem Bescheid getroffene Entscheidung Widerspruch einlegen.

  • Die Höhe der Rente wird mit der Rentenformel ausgerechnet. Diese lautet: persönliche Entgeltpunkte x Rentenartfaktor x aktueller Rentenwert = Monatsrente. Dabei spiegelt die Zahl der persönlichen Entgeltpunkte wider, in welchem Umfang der bzw. die Einzelne versichert war. Über den Rentenartfaktor kommt zum Ausdruck, ob es sich um eine Alters-, Erwerbsminderungs-, Witwen- oder Waisenrente handelt und welches Sicherungsziel die jeweilige Rentenart verfolgt. Der aktuelle Rentenwert ist ein bestimmter Betrag in Euro. Er entspricht der Monatsrente, die ein Durchschnittsverdiener bzw. eine Durchschnittsverdienerin für ein Jahr Beiträge erhält.

  • Durch die im Jahr 2004 eingeführte und im Jahr 2009 zur sogenannten Rentengarantie erweiterte Schutzklausel wird sichergestellt, dass es bei der Rentenanpassung nicht zu einer Verringerung des aktuellen Rentenwerts kommt.

    Selbst wenn die Regelung Anwendung findet, wie bei der Rentenanpassung im Jahr 2010, geht dies nicht zu Lasten der Jüngeren. Die durch die Schutzklausel unterbliebenen Rentenkürzungen werden im sogenannten Ausgleichsbedarf erfasst und sind mit späteren positiven Rentenpassungen zu verrechnen, indem die sich rein rechnerisch ergebenden Rentenanpassungen so lange halbiert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist.

  • Versicherte, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, erhalten jährlich eine schriftliche Renteninformation. Durch diese Serviceleistung schaffen die Rentenversicherungsträger Transparenz hinsichtlich der bestehenden Ansprüche und bieten ihren Versicherten eine solide Grundlage für die eigenverantwortliche Planung einer zusätzlichen Altersvorsorge. Die Renteninformation wird auf der Basis der im Versicherungskonto gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten erstellt und enthält u. a. eine Hochrechnung der zu erwartenden Rente bei Erreichen der Regelaltersgrenze ohne Berücksichtigung von Rentenanpassungen sowie eine Hochrechnung mit fiktiven Rentenanpassungen. Nach Vollendung des 55. Lebensjahres wird die Renteninformation alle drei Jahre durch eine Rentenauskunft ersetzt, die noch detailliertere Informationen zum künftigen Rentenanspruch enthält.

  • Das früher gebräuchliche Netto-Rentenniveau beschreibt das prozentuale Verhältnis der Nettorente eines sogenannten Standardrentners (das ist ein Rentner mit 45 Beitragsjahren als Durchschnittsverdiener) gegenüber dem jeweils aktuellen Nettoarbeitsentgelt eines Durchschnittsverdieners bzw. einer Durchschnittsverdienerin.

    Auf Grund der stufenweisen Einführung der nachgelagerten Besteuerung von Renten kann nicht mehr für alle Rentenzugangsjahre ein einheitliches Nettorentenniveau ausgewiesen werden. Stattdessen wird ein Rentenniveau ohne Berücksichtigung von Steuern als Verhältnis zwischen Standardrente (45 Entgeltpunkte) - vermindert um die Sozialabgaben der Rentner - und dem Durchschnittsentgelt - vermindert um die durchschnittlich geleisteten Beiträge der Arbeitnehmer zur Sozialversicherung sowie um den durchschnittlichen Aufwand zur geförderten privaten Altersvorsorge - ausgewiesen. Sowohl beim Arbeitnehmer als auch beim Rentner werden die zu zahlenden Steuern nicht berücksichtigt.

    Diese vom Gesetz zugrunde gelegte Größe zur Darstellung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung ist das Sicherungsniveau vor Steuern.

  • Beitragszeiten, beitragsfreie Zeiten und Kinderberücksichtigungszeiten sind die rentenrechtlichen Zeiten. Sie bestimmen die Höhe der Rente. Außerdem ist eine bestimmte Anzahl rentenrechtlicher Zeiten Voraussetzung für die Zahlung der Rente (Wartezeit).

  • Beim Rentensplitting werden Rentenanwartschaften geteilt. Ehegatten, deren Ehe entweder nach dem 31. Dezember 2001 geschlossen wurde oder die nach dem 1. Januar 1962 geboren wurden und bei denen jeweils mindestens 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten vorhanden sind, können durch eine übereinstimmende Erklärung ein Rentensplitting erreichen. Zu Lebzeiten beider Ehegatten erhält dann jeder seine eigene - durch das Splitting veränderte - Versichertenrente. Die durch das Splitting übertragenen Rentenanteile verbleiben dem Überlebenden nach dem Tod des anderen Ehegatten und entfallen - anders als eine Witwen- oder Witwerrente - auch bei Wiederheirat nicht. Auch Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft können bei Vorliegen der o. g. Voraussetzungen ein Rentensplitting durchführen.

  • Die Rentenversicherung wird von besonderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften durchgeführt. Träger der Rentenversicherung sind die Deutsche Rentenversicherung Bund (ehemals Bundesversicherungsanstalt für Angestellte - BfA), die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (ehemals Bundesknappschaft, Seekasse und Bahnversicherungsanstalt) sowie die Regionalträger wie z. B. Deutsche Rentenversicherung Baden-Württemberg oder Nord (ehemals Landesversicherungsanstalten, z. B. LVA Baden-Württemberg oder LVA Hamburg) etc.

  • Renten können grundsätzlich auch bei gewöhnlichem Aufenthalt im Ausland gezahlt werden. Dabei sind jedoch besondere Regelungen zu beachten, durch die in bestimmten Fällen eine Rente nur zum Teil oder überhaupt nicht mehr zu zahlen ist. Daher sollten Sie sich vor der Entscheidung für einen Umzug ins Ausland von Ihrem Rentenversicherungsträger beraten lassen.

  • Der Abschluss einer Rentenversicherung ab dem 85. Lebensjahr im Anschluss an Auszahlungen aus einem Investmentfonds oder einem Banksparplan.

  • Der Staat fördert den Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge in Form von Zulagen und Steuervorteilen.

    Wer einen Anlagebetrag (Eigenbeitrag plus staatliche Zulage) von insgesamt 4 Prozent seines maßgeblichen Vorjahreseinkommens (max. 2.100 Euro) im Jahr anspart, erhält die maximale Zulage von 175 Euro) im Jahr für jeden Förderberechtigten und 185 Euro für jedes kindergeldberechtigte Kind (für ab 2008 geborenen Kinder 300 Euro). Außerdem kann der Anlagebetrag im Rahmen der Einkommensteuererklärung als zusätzliche Sonderausgaben bis zu einer Höhe von 2.100 Euro pro Jahr steuermindernd geltend gemacht werden. Der Zulagenanspruch wird dann allerdings gegengerechnet.