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Abschlagsfreie "Rente ab 63"

30. März 2017

Besonders langjährig Versicherte können seit den Änderungen durch das RV-Leistungsverbesserungsgesetz vorübergehend nach 45 Beitragsjahren ab 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Kurzzeitige Unterbrechungen der Erwerbsbiografie werden angerechnet.

Ein Senior und sein Enkel sitzen auf einem Sofa und lachen.
Quelle:  iStock

Was sind die Voraussetzungen?

Wer 45 Jahre Beiträge zur Rentenversicherung gezahlt hat, kann seit dem 1. Juli 2014 ab Vollendung des 63. Lebensjahres ohne Abzüge die Altersrente für besonders langjährig Versicherte (sogenannte abschlagsfreie Rente ab 63) in Anspruch nehmen. Zuvor konnte diese abschlagsfreie Altersrente erst nach Vollendung des 65. Lebensjahres bezogen werden. Wer früher in Rente gehen wollte, musste in der Regel für jeden Monat des Rentenbezugs vor der Regelaltersgrenze (aktuell, d.h. für den Geburtsjahrgang 1952, 65 Jahre und 6 Monate) 0,3 Prozent Kürzungen bei der Rente in Kauf nehmen.

Die Infografik trägt den Titel „Wann kann ich in Rente gehen? Eintrittsalter für die vorzeitige abschlagsfreie Altersrente nach 45 Beitragsjahren“.

Dargestellt wird ein Koordinatensystem. Die y-Achse ist mit den Geburtsjahrgängen 1964 und jünger bis 1952 und älter beschriftet. Die x-Achse zeigt das Alter von 63 bis 67 Jahren an.

Die Grafik zeigt wie aus der Rente ab 63 schrittweise die Rente ab 65 wird. Die Rente ab 63 gilt nur für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind. Für Versicherte, die nach dem 1. Januar 1953 geboren sind, steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Wer also nach dem 1. Januar 1964 geboren wurde, kann nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen, wenn er das 65. Lebensjahr vollendet hat.

Neben der vorübergehenden Absenkung der Altersgrenze auf 63 Jahre wurden die Anspruchsvoraussetzungen für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte verbessert: Kurzzeitige Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit (Bezug von Arbeitslosengeld I) werden seither angerechnet. Zeiten der Pflege, sofern Versicherungspflicht bestand, Erziehung von Kindern bis zum 10. Lebensjahr sowie Schlechtwetter-, Insolvenz- oder Kurzarbeitergeld zählen wie bisher für die 45-jährige Wartezeit mit. Nicht berücksichtigt werden Zeiten mit Arbeitslosenhilfe oder Arbeitslosengeld II (Hartz IV), da es sich hierbei um Fürsorgeleistungen handelt und nicht um Versicherungsleistungen. Um Frühverrentungen zu vermeiden, werden Zeiten des Arbeitslosengeldbezuges in den letzten zwei Jahren vor der abschlagsfreien „Rente ab 63“ nicht mitgezählt. Eine Ausnahme von dieser Ausschlussregelung gilt jedoch für Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs, die durch eine Insolvenz oder eine vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht wurden. Denn in diesen Fällen liegt typischerweise keine missbräuchliche Frühverrentung vor.

Seit den Änderungen durch das RV-Leistungsverbesserungsgesetz kann der Rentenanspruch auch erstmals mit freiwilligen Beiträgen begründet werden. Da auch freiwillig Versicherte, insbesondere selbständige Handwerker, die nach 18 Jahren Pflichtbeitragszahlung in die freiwillige Versicherung wechseln können, häufig jahrelang wie Arbeitnehmer ihren Beitrag zur Stabilisierung der Rentenversicherung erbracht haben, werden sie jetzt auch bei der abschlagsfreien Altersrente für besonders langjährig Versicherte ab 63 berücksichtigt. Wenn also insgesamt mindestens 18 Jahre an Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit vorliegen, werden freiwillige Beiträge ebenfalls auf die Wartezeit von 45 Jahren angerechnet. Zur Vermeidung von Frühverrentung werden auch hier in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn freiwillige Beiträge, die neben Arbeitslosengeldbezug gezahlt werden, nicht berücksichtigt. Auch diese Regelung kann daher nicht als Brücke in die Frühverrentung genutzt werden.

Warum wurde die "Rente ab 63" eingeführt?

Mit der abschlagsfreien "Rente ab 63" werden die Menschen belohnt, die mit ihrer Lebensarbeitsleistung das Rentensystem stützen. Es werden diejenigen in den Blick genommen, die ihr Arbeitsleben bereits in jungen Jahren begonnen und über Jahrzehnte hinweg durch Beschäftigung, selbständige Tätigkeit und Pflege sowie Kindererziehung ihren Beitrag zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung geleistet haben. Für diese Menschen wurde die bereits bestehende Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren ab 65 abschlagsfrei in Rente zu gehen, vorübergehend ausgeweitet.

Schrittweise Anhebung der "Rente ab 63"

Aus der "Rente ab 63" wird schrittweise die Rente ab 65. Die "Rente ab 63" gilt nur für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind und deren Rente nach dem 1. Juli 2014 beginnt und die die sonstigen Voraussetzungen erfüllen. Für Versicherte, die nach dem 1. Januar 1953 geboren sind, steigt die Altersgrenze mit jedem Jahrgang um zwei Monate. Wer also nach dem 1. Januar 1964 geboren wurde, kann nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen, wenn er das 65. Lebensjahr vollendet hat.

Schrittweise Anhebung der Rente ab 63
Versicherte
Geburtsjahrgang
Anhebung um … Monateauf Alter
JahrMonat
1953
2632
1954
4634
19556636
19568638
1957106310
195812640
195914642
196016644
196118646
196220648
1963226410

Bro­schü­re: Die Ren­te ab 63

Die Broschüre informiert darüber, unter welchen Bedingungen eine Rente ab 63 Jahren möglich ist.