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Arbeitslosengeld

18. Juli 2016

Das Arbeitslosengeld soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die ihre Beschäftigung verlieren, sozial absichern. Es soll das Arbeitsentgelt teilweise ersetzen, das die oder der Arbeitslose wegen der Arbeitslosigkeit nicht erzielen kann.

Hände einer Person, die einen Taschenrechner bedient.

Versicherungsleistung

Das Arbeitslosengeld ist eine Versicherungsleistung. Es wird aus den Beiträgen der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und deren Arbeitgeber finanziert. Wer für die gesetzlich geforderte Mindestzeit versichert war, hat bei Eintritt des Versicherungsfalls einen Rechtsanspruch auf die Leistung.

Das Recht des Arbeitslosengeldes ist im Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) geregelt.

Zuständiger Leistungsträger ist die Bundesagentur für Arbeit (BA) bzw. die örtlich zuständige Agentur für Arbeit.

Anspruch auf Arbeitslosengeld

Anspruch auf Arbeitslosengeld hat, wer

  • arbeitslos ist,
  • sich bei der Agentur für Arbeit persönlich arbeitslos gemeldet hat und
  • die Anwartschaftszeit erfüllt hat.

Lesen Sie hier weitere Informationen zu den Anspruchsvoraussetzungen.

Ausführliche Informationen zu der Leistung von Arbeitslosengeld enthält das "Merkblatt für Arbeitslose" (Merkblatt 1) der Bundesagentur für Arbeit.

Höhe des Arbeitslosengeldes

Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich grundsätzlich nach dem versicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelt, das die/der Arbeitslose im letzten Jahr vor der Entstehung des Anspruchs auf Arbeitslosengeld durchschnittlich erzielt hat und das beim Ausscheiden aus dem Beschäftigungsverhältnis abgerechnet war. Aus diesem Bruttoentgelt wird unter Berücksichtigung der Entgeltabzüge, die bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gewöhnlich anfallen (rechnersicher Abzug für Sozialversicherungsbeiträge und Steuern), ein pauschaliertes Nettoentgelt ermittelt. Die Höhe des Arbeitslosengeldes beträgt für Arbeitslose mit einem Kind im Sinne des Steuerrechts 67 %, für die übrigen Arbeitslosen 60 % dieses pauschalierten Nettoentgelts.

Dauer des Arbeitslosengeldes

Die Dauer des Arbeitslosengeldes richtet sich grundsätzlich nach der versicherungspflichtigen Beschäftigung innerhalb der letzten fünf Jahre vor der Arbeitslosmeldung und nach dem Lebensalter bei der Entstehung des Anspruchs.

Versicherungspflicht in den letzten 5 Jahren vor der Arbeitslosmeldung (Monate)Vollendetes LebensjahrHöchstanspruchsdauer (Monate)
12 6
16 8
20 10
24 12
30 50. 15
36 55. 18
4858.24

Der Höchstanspruch für Arbeitslose, die das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, beträgt zwölf Monate. Er setzt voraus, dass die/der Arbeitslose in den letzten fünf Jahren zwei Jahre versicherungspflichtig beschäftigt war.

Die Höchstdauer von 24 Monaten gilt nur für Arbeitslose, die das 58. Lebensjahr vollendet haben und in den letzten fünf Jahren vor der Arbeitslosmeldung Versicherungspflichtzeiten von mindestens 48 Monaten nachweisen.

Für die bis zum 31. Juli 2018 befristete Sonderregelung zur verkürzten Anwartschaftszeit für überwiegend kurz befristet Beschäftigte gilt folgende Tabelle zur Anspruchsdauer:

Versicherungspflichtverhältnisse mit
einer Dauer von insgesamt mindestens ... Monaten
Höchstanspruchsdauer (Monat
63
84
10 5

Anrechnung von Nebeneinkommen

Einkommen aus einer weniger als 15 Wochenstunden umfassende Erwerbstätigkeit wird nach Abzug der Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Werbungskosten sowie eines Freibetrages in Höhe von 165 Euro auf das Arbeitslosengeld angerechnet.

Sperrzeit bei versicherungswidrigem Verhalten

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die sich versicherungswidrig verhalten, ohne dafür einen wichtigen Grund zu haben, müssen mit dem Eintritt einer Sperrzeit rechnen. Die Sperrzeit umfasst - je nach Sperrzeittatbestand - eine Dauer von einer Woche bis zu zwölf Wochen. Während der Sperrzeit ruht der Anspruch auf Arbeitslosengeld, d.h. die Leistung wird nicht gezahlt. Außerdem mindert sich die Dauer des Anspruchs um die Dauer der Sperrzeit.

Ein versicherungswidriges Verhalten liegt vor, wenn Arbeitslose

  • ihr Beschäftigungsverhältnis gelöst oder durch ein arbeitsvertragswidriges Verhalten für die Lösung des Beschäftigungsverhältnisses Anlass gegeben haben,
  • eine zumutbare angebotene Beschäftigung nicht angenommen oder angetreten oder die Anbahnung eines Beschäftigungsverhältnisses durch ihr Verhalten verhindert haben,
  • die von der Agentur für Arbeit geforderten Eigenbemühungen nicht nachgewiesen haben,
  • die Teilnahme trotz Belehrung über die Rechtsfolgen an einer Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung oder einer Maßnahme zur beruflichen Ausbildung oder Weiterbildung oder einer Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben verweigert haben,
  • eine Maßnahme abgebrochen bzw. durch maßnahmewidriges Verhalten Anlass zum Ausschluss aus einer dieser Maßnahmen gegeben haben,
  • einer Aufforderung der Agentur für Arbeit, sich zu melden oder zu einem ärztlichen oder psychologischen Untersuchungstermin zu erscheinen, nicht Folge geleistet haben oder der Meldepflicht zur frühzeitigen Arbeitsuche nicht nachgekommen sind.

Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung

Auch während der Zeit einer von der Agentur für Arbeit geförderten Weiterbildung besteht bei Erfüllung der Voraussetzungen im Übrigen (insbesondere der Anwartschaftszeit) Anspruch auf Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung.

Ausführliche Informationen zu der Leistung von Arbeitslosengeld während einer beruflichen Weiterbildung enthält das Merkblatt Förderung der beruflichen Weiterbildung (Merkblatt 6) der Bundesagentur für Arbeit.

Arbeitslosengeld nach Auslandsbeschäftigung

Nach den Vorschriften des europäischen Rechts können unter bestimmten Voraussetzungen Beschäftigungs- und Versicherungszeiten in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem assoziierten Staat für den Erwerb eines Anspruchs auf Arbeitslosengeld im Inland berücksichtigt werden.

Ausführliche Informationen hierzu enthält das Merkblatt Arbeitslosengeld und Auslandsbeschäftigung (Merkblatt 20) der Bundesagentur für Arbeit.


"Der Min­dest­lohn wirkt"

Pressekonferenz (in Auszügen) mit Bundesministerin Andrea Nahles am 30. Juni 2015 in Berlin.

Bür­ger­te­le­fon zum The­ma "Ar­beits­markt­po­li­tik und -för­de­rung"

Unter der Telefonnummer 030 221 911 003 ist das Bürgertelefon zum Thema "Arbeitsmarktpolitik und -förderung" montags bis donnerstags zwischen 8:00 und 20:00 Uhr erreichbar.