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Förderprogramme

6. August 2016

Zur Vermittlung von Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen in Ihr Unternehmen stehen verschiedene Unterstützungsleistungen bereit. Hier erfahren Sie, wie Sie diese nutzen können.

Eine Frau und ein Mann mit Migraftionshintergrund.
Quelle:  iStock

Ob bei der Ausbildungs- oder Arbeitsplatzsuche, in Deutschland erhalten alle Arbeitssuchenden - ob mit oder ohne Migrationshintergrund - vielfältige Unterstützung. Diese Leistungen umfassen auch Hilfen zur Integration in den Arbeitsmarkt, die Unternehmerinnen und Unternehmern in Anspruch nehmen können, die Arbeitsuchende beschäftigen möchten.

Lohnkostenzuschüsse

Neben der Beratung und Vermittlung können die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Jobcenter Sie konkret bei der Anstellung von Langzeitarbeitslosen oder Personen mit sogenannten "Vermittlungshemmnissen" unterstützen. Dabei handelt es sich um Menschen, die z.B. auf Grund Ihrer Qualifikationen einer zusätzlichen Unterstützung bedürfen, um eine Anstellung annehmen zu können. Der sogenannte Eingliederungszuschuss ist ein zeitlich befristeter Zuschuss für Arbeitgeber, der anfängliche Minderleistungen der eingestellten Arbeitsuchenden auf Grund z.B. längerer Arbeitslosigkeit, einer Behinderung, einer geringen Qualifikation oder des Alters wegen finanziell ausgleichen soll. Für Langzeitarbeitslose gibt es darüber hinaus spezielle längerfristige Zuschüsse im Programm "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" für Arbeitgeber bei der Aufnahme von länger arbeitslos gemeldeten Personen. Das Programm wird mit insgesamt rund 885 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (470 Mio. Euro) und dem SGB-II-Eingliederungstitel (415 Mio. Euro) über die Jahre 2015 bis voraussichtlich 2019 finanziert. Gefördert werden bis zu 33.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Hilfe bei der Qualifizierung

Daneben können Arbeitsagenturen und Jobcenter Sie konkret bei der Anerkennung von ausländischen Qualifikationen unterstützen. Das Programm "Integration von Asylbewerbern und Flüchtlingen (IvAF)" erlaubt eine verbesserte Beratung, betriebsnahe Qualifizierung sowie Vermittlung von Flüchtlingen. Zudem bietet das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung" (IQ) Weiterqualifizierung an, die zur vollen Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen benötigt werden.

Aus- und Weiterbildung

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter unterstützen Ausbildungsbetriebe bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden. Neben der Beratung und Vermittlung bieten die Arbeitsagenturen und Jobcenter weitere Unterstützungsleistungen an. Durch Assistierte Ausbildung werden benachteiligte junge Menschen intensiv, individuell und kontinuierlich auf eine betriebliche Berufsausbildung vorbereitet und zum erfolgreichen Abschluss ihrer Berufsausbildung geführt. Die Ausbildungsbetriebe werden einbezogen und erhalten im Bedarfsfall ebenfalls Unterstützung bei der Durchführung der Ausbildung. Jungen Menschen, die zusätzliche Hilfen zur Aufnahme und zum erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung benötigen, können durch ausbildungsbegleitende Hilfen beim Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten und zur Förderung der Fachtheorie sowie sozialpädagogische Begleitung unterstützt werden.

Über eine Einstiegsqualifizierung (EQ) werden Langzeitpraktika bei Arbeitgebern mit dem Ziel des Einstiegs in eine Berufsausbildung unterstützt. Darüber hinaus werden Zuschüsse für die Ausbildung schwerbehinderter Menschen erbracht.

Zudem ist die berufliche Weiterbildung ein wichtiger Baustein auf den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt, für die Jobcenter und BA Hilfen leisten. Bei der Förderung beruflicher Weiterbildung werden Fähigkeiten, Ihr bisheriger Werdegang und Vorkenntnisse und persönliche Voraussetzungen wie Eignung und Mobilität berücksichtigt. Eine berufliche Weiterbildung können Sie unter Umständen aber auch dann noch gefördert erhalten, wenn bereits eine Beschäftigung aufgenommen wurde. Im Hinblick auf die Wichtigkeit eines Berufsabschlusses für die Beschäftigungschancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird die Initiative zur Nachqualifizierung junger Erwachsener im Alter von 25 bis 35 Jahren unter der Bezeichnung "ZUKUNFTSSTARTER" fortgesetzt. Mit der Initiative sollen junge Erwachsene für das Nachholen eines Berufsabschlusses gewonnen werden.

Erleichterte Bedingungen für Praktika

Sogenannte Orientierungspraktika sind eine gute Möglichkeit, Bewerberinnen und Bewerber im praktischen Umfeld kennen zu lernen. Gleichzeitig geben sie Arbeitsuchenden die Möglichkeit sich zu beweisen und mit Hinblick auf eine Ausbildung zu orientieren. Praktika, die diesem Zweck dienen und die auf maximal drei Monate begrenzt sind, wurden daher vom Gesetzgeber explizit von den Regelungen des Mindestlohns ausgenommen. Eine gute Chance, für Unternehmen und junge Menschen, die zur Orientierung für die Aufnahme einer Ausbildung ein Praktikum absolvieren.

Erleichterte Bedingungen für Langzeitarbeitslose

Für Langzeitarbeitslose, die mindestens ein Jahr nicht in Arbeit waren, gilt in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung der Mindestlohn nicht.

Berufsbezogene Sprachförderung

Deutsch auf einem angemessenen Niveau zu sprechen, ist neben spezifischen beruflichen Qualifikationen eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Deswegen gibt es seit dem 1. Juli 2016 die nationale berufsbezogene Deutschsprachförderung. Dadurch wird der Spracherwerb oberhalb des Niveaus B 1 gefördert. Eine Teilnahmeberechtigung kann erhalten, wer

  • bei der Agentur für Arbeit ausbildungsuchend, arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet ist oder an Maßnahmen zur Berufsvorbereitung oder der Assistierten Ausbildung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) teilnimmt oder
  • Leistungen nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) bezieht oder
  • begleitend zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse oder für den Zugang zum Beruf ein bestimmtes Sprachniveau erreichen muss
  • Auszubildende/Auszubildender oder
  • beschäftigt ist (Seit Inkrafttreten der Ersten Verordnung zur Änderung der Deutschsprachförderverordnung am 21. März 2017 können alle Beschäftigten teilnehmen).

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter stellen im Normalfall die Teilnahmeberechtigungen aus. Auszubildende und Beschäftigte, die keine Kunden der BA sind, und diejenigen, die die Sprachförderung für die berufliche Anerkennung benötigen, können sich auch direkt ans BAMF wenden. Informationen und Ansprechpartner sind auf der Webseite des BAMF zu finden.

Daneben unterstützt das Ende 2017 auslaufende, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanzierte Programm zur berufsbezogenen Sprachförderung für Personen mit Migrationshintergrund die Verbesserung der berufsbezogenen Deutschkenntnisse. Ein besonderes Merkmal dieses Förderansatzes ist die Verknüpfung des Sprachunterrichts mit Elementen der beruflichen Weiterbildung. Mit diesem spezifischen Angebot sollen die Chancen von Menschen mit Migrationshintergrund auf Integration in den ersten Arbeitsmarkt erhöht werden. Unter bestimmten Voraussetzungen steht das Programm auch Asylbewerbern und Flüchtlingen offen.

Neue Möglichkeiten für Geduldete

Die oben genannten Leistungen stehen nicht erst nach der Anerkennung des Asylantrags zur Verfügung. Durch das Integrationsgesetz wird die Förderung der Berufsausbildung geöffnet. Dazu stehen ausbildungsbegleitende Hilfen, Assistierte Ausbildung, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die Berufsausbildungsbeihilfe und das Ausbildungsgeld für weitere Personengruppen erstmalig, bzw. je nach Zielgruppe früher als bisher zur Verfügung. Wenn Sie eine Person mit Duldung einstellen, gilt dessen Duldung für die Gesamtdauer der Ausbildung, unabhängig vom Alter. Bei einem Ausbildungsabbruch wird die Duldung um sechs Monate verlängert, um einen neuen Ausbildungsplatz zu finden. Bei anschließender ausbildungsadäquater Beschäftigung wird ein Aufenthaltsrecht für zwei weitere Jahre erteilt (sog. "3+2-Regel"). Auch wenn keine direkte Anschlussbeschäftigung gefunden wurde, wollen wir die Potentiale der hier Ausgebildeten im Land halten. Daher wird es für eine Dauer von sechs Monaten eine Duldung zur Arbeitsplatzsuche geben.

Netzwerk Integration durch Qualifizierung

Als ein zentrales arbeitsmarktpolitisches Instrument der Bundesregierung hat sich in den letzten Jahren das vom BMAS initiierte und inzwischen gemeinsam mit dem BMBF und der BA durchgeführte Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" etabliert.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Das Bundesamt ist das Kompetenzzentrum für Migration und Integration in Deutschland.

www.esf.de

Ziel der ESF-Integrationsrichtlinie Bund ist es, Personen mit besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zu Arbeit oder Ausbildung stufenweise und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Ge­mein­sam für Per­spek­ti­ven von Flücht­lin­gen

Erklärung der Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung vom 18. September 2015