Ehemalige Bundesminister für Arbeit und Soziales der Bundesrepublik Deutschland seit 1949
| Jung, Franz Josef (CDU) | Amtszeit: 28.10.2009 - 30.11.2009 |
| Scholz, Olaf (SPD) | Amtszeit: 21.11.2007 - 27.10.2009 |
| Müntefering, Franz | Amtszeit: 22.11.2005 - 21.11.2007 |
| Schmidt, Ulla | Amtszeit: 22.10.2002 - 22.11.2005 |
| Clement, Wolfgang | Amtszeit: 22.10.2002 - 22.11.2005 |
| Riester, Walter | Amtszeit: 27.10.1998 - 22.10.2002 |
| Kleditzsch, Jürgen | Amtszeit: 22.08.1990 - 02.10.1990 |
| Hildebrandt, Regine | Amtszeit: 12.04.1990 - 20.08.1990 |
| Blüm, Norbert | Amtszeit: 01.10.1982 - 27.10.1998 |
| Westphal, Heinz | Amtszeit: 28.04.1982 - 01.10.1982 |
| Ehrenberg, Herbert | Amtszeit: 15.12.1976 - 28.04.1982 |
| Arendt, Walter | Amtszeit: 21.10.1969 - 15.12.1976 |
| Katzer, Hans | Amtszeit: 21.10.1965 - 21.10.1969 |
| Blank, Theodor | Amtszeit: 22.10.1957 - 20.10.1965 |
| Storch, Anton | Amtszeit: 20.09.1949 - 22.10.1957 |
Jung, Franz Josef
Bundesminister für Arbeit und Soziales, CDU
Amtszeit: 28.10.2009 - 30.11.2009
Leben: * 05.03.1949
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Dr. Ralf Brauksiepe (CDU)
Hans-Joachim Fuchtel (CDU)
Scholz, Olaf
Bundesminister für Arbeit und Soziales, SPD
Amtszeit: 21.11.2007 - 27.10.2009
Leben: * 14.06.1958
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Gerd Andres (SPD), bis 2008
- Franz Tönnes (SPD), bis 2009
- Klaus Brandner (SPD), bis 2009
Als einer der zuständigen Minister zählt es vor allem zu Scholz' Aufgaben, die Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise möglichst stark abzumildern. Eine zentrale Maßnahme hierzu war die Erleichterung und Verbesserung der Bedingungen für Kurzarbeit als Bestandteil der Konjunkturpakete, welche die Bundesregierung als Reaktion auf die Krise auf den Weg brachte. Das Leitmotto des Ministers lautete dabei: "Kurzarbeit hilft in Krisenzeiten, Entlassungen zu vermeiden." Scholz hat als Minister durchgesetzt, mehrere Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufzunehmen, so dass diese die Einführung einer branchenspezifischen Lohnuntergrenze, beantragen können.
Müntefering, Franz
Bundesminister für Arbeit und Soziales, SPD
Amtszeit: 22.11.2005 - 21.11.2007
Leben: * 16.01.1940
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Gerd Andres (SPD), ab 2005
- Franz Thönnes (SPD), ab 2005
Nach einmaliger Trennung in den Jahren 2002 bis 2005 wurden die Kompetenzen für die Ressorts Arbeit und Soziales wieder innerhalb eines Ministeriums zusammengelegt. Das langjährige Mitglied der SPD und der IG Metall Franz Müntefering übernahm dessen Leitung und zudem das Amt des Vizekanzlers, nach dem er dem Kabinett schon von 1998 bis 1999 als Bundesminister für Verkehr, Bau und Wohnungswesen angehörte. Müntefering war durch langjährige und vielfältige Parteiarbeit auf verschiedenen Ebenen in der Bundespolitik bekannt. Als Bundesarbeitsminister konnte er einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen vorweisen und unternahm mehrere Gesetzesinitiativen, darunter eine langfristige Erhöhung des Renteneintrittsalters, Förderprogramme zur verbesserten Einbindung über 50-jähriger in den Arbeitsmarkt und eine Jobinitiative zur Vermittlung von Menschen mit Behinderung in Arbeitsplätze. Im Jahr 2007 legte er seine Ämter aus privaten Gründen nieder. Müntefering blieb allerdings Mitglied des Deutschen Bundestages und kehrte 2008 als SPD-Vorsitzender in die Politik zurück.
Schmidt, Ulla
Bundesministerin für Gesundheit und Soziale Sicherung, SPD
Amtszeit: 22.10.2002 - 22.11.2005
Leben: * 13.06.1949
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Franz Thönnes (SPD), 2002 – 2005
- Marion Caspers-Merk (SPD), 2002 – 2005
Bereits im Jahr 2001 übernahm Ulla Schmidt das damalige Bundesministerium für Gesundheit, dem von 2002 bis 2005 noch das Ressort Soziales angegliedert wurde. Schmidt wurde vor allem durch umfassende Gesundheitsreformen im Rahmen der "Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme" (auch bezeichnet als "Rürup"-Kommission) bekannt. Die Notwendigkeit dazu ergab sich aus akuten Finanzierungsproblemen der Sozialsysteme und insbesondere des Gesundheitssystems, mit denen Schmidt schon zu Beginn ihrer Amtszeit konfrontiert war. Um eine Zustimmung zu der Gesundheitsreform zu erreichen, musste die Bundesregierung einen Kompromiss mit der Opposition im Deutschen Bundestag aushandeln, weil sich zuvor die Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat verändert hatten.
Clement, Wolfgang
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, SPD
Amtszeit: 22.10.2002 - 22.11.2005
Leben: * 07.07.1940
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Gerd Andres (SPD), 2002 – 2005
- Ditmar Staffelt (SPD), 2002 – 2005
- Rezzo Schlauch (Grüne), 2002 – 2005
Der damalige nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement wurde nach der Bundestagswahl 2002 in das Kabinett des wiedergewählten Bundeskanzlers Gerhard Schröder berufen. Das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung wurde erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik aufgeteilt, Clement übernahm das neue Ministerium für Wirtschaft und Arbeit. Als Vertreter des wirtschaftsnahen Kreises in der SPD ergriff Clement viele Reformen, stieß damit aber gelegentlich bei den eigenen Anhängern auf Widerstand, so etwa bei den Arbeitsmarktreformen (auch bekannt als "Hartz"-Reformen) und weiteren Bestandteilen von Gerhard Schröders "Agenda 2010", welche die Sozialsysteme modernisieren und zukunftsfähig gestalten sollten. Ein wesentliches Leitmotiv war es, die Beitragssätze und Lohnnebenkosten zunächst stabil zu halten und mittelfristig zu senken, um Beschäftigung zu sichern und zu erleichtern. Innerhalb seiner Amtszeit zeigten Clements Reformen auch aufgrund einer globalen Rezession wenig Wirkung im Hinblick auf Wirtschaftswachstum und Arbeitslosenzahlen, in der nachfolgenden Legislaturperiode würdigte allerdings selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel den wirtschaftlichen Aufschwung als teilweises Ergebnis der Reformen Gerhard Schröders, zu denen Clement einen großen Beitrag leistete.
Riester, Walter
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, SPD
Amtszeit: 27.10.1998 - 22.10.2002
Leben: * 27.09.1943
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Gerd Andres (SPD), 1998 – 2002
- Ulrike Mascher (SPD), 1998 – 2002
Trotz jahrzehntelanger SPD-Mitgliedschaft war Walter Riester bei seiner Berufung als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung im Jahr 1998 ein Quereinsteiger in der Politik, weil er zuvor als Gewerkschaftsfunktionär in der IG Metall beschäftigt war. Riester brachte in seiner vierjährigen Amtszeit viele Reformen auf den Weg, dazu zählt eine Erneuerung des Betriebsverfassungsgesetzes, welche den Betriebsräten mehr Mitspracherechte einräumte. Bis heute bekannt ist der ehemalige Bundesminister durch die sogenannte "Riester-Rente", eine freiwillige, kapitalgedeckte und staatlich geförderte Zusatzrente in Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Ziel der Reform war es vor allem, der gesetzlichen Rentenversicherung ein zusätzliches Standbein zu geben und somit eine Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge zu umgehen. Erst nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung im Jahr 2002 wurde Riester Mitglied des Deutschen Bundestages, dem er bis heute angehört.
Kleditzsch, Jürgen
Minister für Arbeit und Soziales der DDR, CDU (DDR)
Amtszeit: 22.08.1990 - 02.10.1990
Leben: * 26.01.1944
Jürgen Kleditzsch leitete in der Amtszeit von DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière das Ministerium für Gesundheitswesen. Nachdem Regine Hildebrandt im August als Ministerin für Arbeit und Soziales ausschied, übernahm er beide Ressorts kommissarisch und nur für wenige Wochen bis zur Wiedervereinigung von BRD und DDR am 3. Oktober1990.
Hildebrandt, Regine
Ministerin für Arbeit und Soziales der DDR, SPD (DDR)
Amtszeit: 12.04.1990 - 20.08.1990
Leben: * 26.04.1941 - † 26.11.2001
Parlamentarischer Staatssekretär:
- Alwin Ziel (SPD), April bis August 1990
Regine Hildebrandt wurde 1990 bei den ersten freien Wahlen der DDR für die Sozialdemokraten in die Volkskammer gewählt und von Ministerpräsident Lothar de Maizière im April als Ministerin für Arbeit und Soziales in die Regierung berufen. Sie schied noch vor der Wiedervereinigung von BRD und DDR aus dem Amt aus, weil sie als Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen in das Kabinett des Landes Brandenburg berufen wurde.
Blüm, Norbert
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, CDU
Amtszeit: 01.10.1982 - 27.10.1998
Leben: * 21.07.1935
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Heinrich Franke (CDU), 1982 – 1984
- Wolfgang Vogt (CDU), 1982 – 1991
- Stefan Höpfinger (CSU), 1984 – 1989
- Horst Seehofer (CSU), 1989 – 1992
- Horst Günther (CDU), 1991 – 1998
- Rudolf Kraus (CSU), 1992 – 1998
Norbert Blüm gehörte dem Kabinett des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl über dessen gesamte Amtszeit hinweg an und ist damit bis heute dienstältester Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Innerhalb seiner Partei gilt Blüm als Vertreter des sozialen Flügels. Die Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) erforderte eine Integration der DDR-Bürger in die Systeme der Sozialversorgung, was häufig als wichtigste Aufgabe in Blüms Amtszeit bezeichnet wird. Nach seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung 1998 sagte er, die Bewältigung der Wiedervereinigung sei nach wie vor die "wichtigste Bewährungsprobe des deutschen Sozialstaates". Weiterhin zählt die Einführung der umlagefinanzierten Pflegeversicherung als Pflichtversicherung im deutschen Sozialversicherrungssystem zu den wichtigsten Gesetzesinitiativen seiner Amtszeit.
Westphal, Heinz
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, SPD
Amtszeit: 28.04.1982 - 01.10.1982
Leben: * 04.06.1924 - † 30.10.1998
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Anke Fuchs (SPD), bis 1982
- Jürgen Egert (SPD), 1982
Im Zuge einer groß angelegten Kabinettsumbildung durch Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt im April 1982 löste Heinz Westphal seinen Vorgänger Herbert Ehrenberg ab. Zu diesem Zeitpunkt gehörte Westphal dem Deutschen Bundestag bereits 17 Jahre lang an und fungierte unter anderem als Parlamentarischer Staatssekretär Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit sowie als Haushaltsexperte der SPD-Fraktion. Anders als von Schmidt angestrebt trug die Kabinettsumbildung in ihrer Gesamtheit aber nicht zum Erhalt der sozial-liberalen Koalition bei. Am 1. Oktober 1982 wurde Helmut Kohl mit den Stimmen von CDU/CSU und FDP zum Bundeskanzler gewählt und damit Westphals kurze Amtszeit beendet.
Ehrenberg, Herbert
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, SPD
Amtszeit: 15.12.1976 - 28.04.1982
Leben: * 21.12.1926
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Hermann Buschfort (SPD), bis 1982
- Rudolf Dreßler (SPD), 1982
- Anke Fuchs (SPD), ab 1980
Der studierte Volkswirt Herbert Ehrenberg leistete sich schon wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg Gewerkschafts- und Parteiarbeit, ab 1949 als Mitglied der Gewerkschaft öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV). 1955 folgte der Eintritt in die SPD. Ehrenberg sammelte seine Erfahrung in den Zeiten sozialdemokratischer Kanzlerschaft zunächst in der zweiten Reihe, so etwa als Abteilungsleiter im Kanzleramt und später als beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, welches er 1976 als Minister übernahm. Der Grundgedanke der Solidarität und des Sozialstaats lagen stets im Fokus von Ehrenbergs Arbeit, jedoch achtete er beharrlich auf die Finanzierbarkeit von Rentenversicherung und Gesundheitswesen. In beiden Bereichen machten sich bereits Probleme bemerkbar, die vor allem durch den demografischen Wandel verursacht wurden. Dazu schlug der Minister Maßnahmen vor, die ihm nicht immer Popularität einbrachten, darunter etwa Reformen bei der Rentendynamik und bei den Zumutbarkeitsregelungen für Arbeitssuchende. Bundestagsabgeordneter blieb Ehrenberg bis 1990 und übte danach noch diverse Tätigkeiten als Politikberater aus. Im gleichen Jahr beriet er beispielsweise Regine Hildebrandt, sozialdemokratische Arbeitsministerin der ersten frei gewählten DDR-Regierung.
Arendt, Walter
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, SPD
Amtszeit: 21.10.1969 - 15.12.1976
Leben: * 17.01.1925 - † 07.03.2005
Parlamentarische Staatssekretäre:
- Helmut Rohde (SPD), 1969 – 1974
- Hermann Buschfort (SPD), ab 1974
Nach 20 Jahren Bundesrepublik war Walter Arendt erstes SPD-Mitglied, das die Leitung des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung übernahm. Der ausgebildete Bergmann zog 1961 in den Deutschen Bundestag ein und blieb bis zu seiner Ernennung zum Bundesminister Vorsitzender der IG Bergbau und Energie (heute: IG Bergbau, Chemie und Energie). In seiner Amtszeit erwarb sich Arendt ein Markenzeichen als "Anwalt der Schwachen" und machte seinen Einfluss vor allem in der Rentenpolitik geltend: mit der flexiblen Altersgrenze sowie mit der Öffnung der gesetzlichen Rentenversicherung für Selbstständige und Hausfrauen setzte der Minister wichtige Wahlversprechen Willy Brandts um. Die Reformen wurden von großen parlamentarischen Mehrheiten getragen. Arendts Vater war in Folge seiner Berufstätigkeit als Bergarbeiter früh an Staub-Lunge verstorben, unter anderem deshalb war ihm der Schutz dieser Berufsgruppe durch frühe Pensionierung ein bedeutendes Anliegen. Nach der Bundestagswahl 1976 verzichtete er aufgrund von Uneinigkeit in der Rentenpolitik auf eine erneute Zugehörigkeit zum Kabinett von Helmut Schmidt, der Willy Brandt 1974 im Amt des Bundeskanzlers gefolgt war. Bis zum Jahr 1980 blieb er stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und schied nach der Bundestagswahl im gleichen Jahr aus der aktiven Politik aus.
Katzer, Hans
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, SPD
Amtszeit: 21.10.1965 - 21.10.1969
Leben: * 31.01.1919 - † 18.07.1996
Parlamentarische Staatssekretäre:
- (Einführung 1969)
Nach seiner Wahl in den Deutschen Bundestag 1957 übernahm Hans Katzer 1963 den Vorsitz der CDU-Sozialausschüsse, einer Flügelbewegung der damaligen Kanzlerpartei. Als Höhepunkt seiner politischen Karriere wird die Übernahme des Bundesministeramtes für Arbeit und Sozialordnung bezeichnet, 1965 wurde er für diese Aufgabe in das Kabinett von Bundeskanzler a.D. Ludwig Erhard berufen, mit dem er allerdings häufig in Konflikt stand. Erhard forderte als Vertreter des wirtschaftsnahen Parteiflügels Vorschläge zur Reduzierung der staatlichen Etatkosten ein. Katzer wehrte sich offen dagegen, da die Einsparmaßnahmen vor allem sein Sozialressort betrafen. Gleichwohl empfahl er sich auf diese Weise für das Kabinett von Kurt-Georg Kiesinger, der 1966 nach dem Austritt der FDP eine gemeinsame Bundesregierung mit der SPD bildete. Prägend für Katzers Amtszeit bleiben sein Einsatz für Volksaktien und eine Verbesserung der Kriegsopferversorgung, vor allem aber das Gesetz zur Arbeitsförderung von 1969 in Erinnerung. Das Gesetz reformierte die Bundesanstalt für Arbeit, welche fortan mit arbeitsmarktpolitischen Kompetenzen ausgestattet wurde. Katzers Politik beeinflusste den Arbeitsmarkt somit über seine Amstzeit hinaus, diese endete im gleichen Jahr in Folge der sozial-liberalen Koalitionsbildung von SPD und FDP. Er blieb bis 1980 Mitglied des Deutschen Bundestages und bis 1982 Mitglied des Europäischen Parlaments.
Blank, Theodor
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, CDU
Amtszeit: 22.10.1957 - 20.10.1965
Leben: * 19.09.1905 - † 14.05.1972
Parlamentarische Staatssekretäre:
- (Einführung 1969)
Theodor Blank wurde bereits in der ersten Legislaturperiode Mitglied des Deutschen Bundestages. Aufbauarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg leistete er in kommunalpolitischen Gremien und in Gewerkschaften, er war Gründungsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Blank galt als enger Verbündeter des damaligen Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Dieser berief ihn 1955 in das Amt des Bundesministers für Verteidigung, aus dem er allerdings ein Jahr später wieder entlassen wurde. In seiner achtjähigen Amtszeit als Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung setzte sich Blank als Vertreter der katholischen Soziallehre für die Prinzipien Selbsthilfe und Mitverantwortung an. Wichigste Gesetze seiner Amtszeit sind die Vermögensbildungsgesetze von 1961 und 1964.
Storch, Anton
Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung, CDU
Amtszeit: 20.09.1949 - 22.10.1957
Leben: * 01.04.1892 - † 26.11.1975
Parlamentarische Staatssekretäre:
- (Einführung 1969)
Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg war Anton Storch als Vorsitzender des Dachverbands der christlichen Gewerkschaften in der Provinz Hannover im Themenbereich Arbeits- und Sozialpolitik tätig. In seiner Funktion als erster Arbeitsminister der Bundesrepublik hat Storch die sozialstaatlichen Strukturen sehr stark geprägt und befand sich auf ständiger Distanz zum Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), da er die wirtschaftsliberale Politik Ludwig Erhards unterstützte. Wichtigste Initiativen seiner Amtszeit sind die Wiedereinführung der Tarifautonomie der Arbeitsmarktparteien (1949), das Betriebsverfassungsgesetz (1952), die Einführung von Kindergeld und Kriegsopferversorgung (1954) sowie die Umsetzung einer Rentenreform, welche das Umlageverfahren und das Prinzip der dynamischen Rente einführte (1957). Das Ministerium leitete Storch bis 1957, seine Abgeordnetenmandate im Deutschen Bundestag und im Europäischen Parlament behielt Storch bis 1965.
